Lehrkräftemangel wird in Hessen laut GEW weiter zunehmen
Neue Zahlen der GEW Hessen - Lehrkräftemangel wird weiter zunehmen
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hessen hat auf Basis neuer Berechnungen bis zum Jahr 2040 einen deutlichen Lehrkräftemangel prognostiziert.
Besonders betroffen sind die Sekundarstufe I sowie die berufsbildenden Schulen. Bereits um das Jahr 2020 arbeiteten in Hessen 7.300 Unterrichtende ohne ein abgeschlossenes Lehramtsstudium.
Grundschulen sind besonders betroffen
Ein kritisches Auge wirft die GEW auf den Grundschulbereich, wo derzeit 20.500 Lehrkräfte tätig sind, jedoch nur 15.400 über eine qualifizierte Ausbildung für die Primarstufe verfügen. Diese Diskrepanz zeigt, wie stark der Lehrkräftemangel den Grundschulunterricht bereits beeinträchtigt. Damit beträgt der Anteil von Personen, die an Grundschulen ohne adäquate Ausbildung unterrichten fast 25%.
Zukünftige Herausforderungen
Während durch sinkende Schülerzahlen in den Grundschulen eine leichte Entspannung erwartet wird, zeichnet sich eine Verschärfung der Lage in der Sekundarstufe I und den berufsbildenden Schulen ab. Laut Prognosen der GEW wird die Anzahl der Unterrichtenden ohne Lehramt bis 2030 auf fast 11.000 ansteigen. Dabei sind es die berufsbildenden Schulen, die besonders von höheren Schülerzahlen und bevorstehenden Pensionierungen der Lehrkräfte betroffen sein werden.
Kritik an der Landesregierung
Thilo Hartmann, Vorsitzender der GEW Hessen, kritisierte scharf die Haushaltspolitik der Landesregierung, die seiner Meinung nach die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte verschlechtert und den Beruf zunehmend unattraktiv macht. Ein herausragendes Beispiel sei die Entnahme von 20 Millionen Euro aus dem Schulbudget, um den Landeshaushalt zu konsolidieren. Weitere Haushaltseinsparungen von über 100 Millionen Euro sind für das laufende Jahr geplant.
Maßnahmen für eine bessere Zukunft
Hartmann fordert vehement die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen, um die Arbeits- und damit die Lernbedingungen zu verbessern. Er schlägt vor, Gelder durch die Abschaffung von Unternehmens-Erbschaftsprivilegien und die Wiedereinführung der Vermögensteuer zu gewinnen. Diese Maßnahmen sollen speziell den Bundesländern zugutekommen und könnten eine Basis für die dringend benötigte Verbesserung im Bildungsbereich schaffen.
Hessische Landesregierung erhöht Etat
Die hessische Landesregierung erhöht den Bildungsetat für 2026 von 5,8 auf 6,2 Milliarden Euro, wobei ein großer Teil in Lehrkräfte investiert wird. Über 5.300 Stellen stehen für den Ganztagsausbau zur Verfügung, zusätzlich fließen 60 Millionen Euro in die Unterrichtsversorgung.