Möglicher Standort gefunden - Rückt das Mainzer Badeschiff jetzt näher?
Schwimmen direkt auf dem Wasser - diese Idee nimmt in Mainz jetzt richtig Fahrt auf. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hält ein Badeschiff südlich der Kaiserbrücke für grundsätzlich machbar. Bevor die ersten Badegäste ins Becken springen können, muss aber noch viel geprüft werden.
Das Amt hat auf Anfrage der Mainzer Stadtverwaltung eine erste, positive Einschätzung abgegeben, berichtet auch die Allgemeine Zeitung. Demnach wäre südlich der Kaiserbrücke grundsätzlich Platz für ein solches Projekt. Die Experten geben allerdings klare Grenzen vor: Das Schwimmbecken auf dem Fluss dürfte maximal 40 Meter breit sein und müsste umfassend gesichert werden.
Machbarkeitsstudie soll offene Fragen klären
Ob das Badeschiff wirklich kommt, ist damit aber noch lange nicht final entschieden. Eine ausführliche Machbarkeitsstudie soll nun alle weiteren Details prüfen. Dabei geht es unter anderem auch um die Frage der Wirtschaftlichkeit oder auch, wie sich das Bad in die Bundeswasserstraße integrieren lässt. Die Stadt will die Studie noch vor der Sommerpause ausschreiben. Wer auf ein schnelles Ergebnis hofft, braucht allerdings Geduld: Mit den Resultaten rechnet Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) erst Mitte 2027.
Mehr Platz für Schwimmkurse und Gastro
Der Mainzer OB sieht in dem Projekt große Chancen für die Stadt, heißt es in einer Mitteilung. Ein Badeschiff samt neuer Gastronomie und einer Fahrradanbindung an die Kaiserbrücke würde den nördlichen Zollhafen deutlich aufwerten. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Stadt erhofft sich durch das Becken dringend benötigte Kapazitäten für das Schulschwimmen und für Schwimmkurse. In den kommenden Tagen sollen nun zunächst die städtischen Ausschüsse und der Stadtrat über den aktuellen Stand informiert werden.
Vorgänger-Projekt "Heilige Makrele" ist vom Tisch
Mit den Plänen für das Badeschiff ist ein anderes, jahrelang diskutiertes Projekt endgültig Geschichte: das Schwimmbad im Zollhafen, bekannt als "Heilige Makrele". Eine Voruntersuchung hatte verschiedene Standorte in Mainz geprüft - am Ende blieb aus Sicht der Stadt nur das Badeschiff an der Kaiserbrücke als realistische Option übrig. Um das Aus der "Heiligen Makrele" hatte es zuletzt heftigen Streit gegeben. Die Diskussionen gipfelten sogar in einem öffentlichen Schlagabtausch zwischen Oberbürgermeister Haase und dem Projekt-Initiator Alexander Kiefer.