Wie gerecht ist das Verfahren? - Debatte über Schul-Wechsel nach 4. Klasse
Auf welche weiterführende Schule geht es nach den Sommerferien? Das ist die Frage, die Viertklässler und deren Eltern wohl gerade am meisten beschäftigt. Die FDP-Fraktion hat die Frage heute zum Thema im Landtag gemacht.
Zu viele Anfragen, zu wenig Plätze - am Ende entscheidet das Los über den Platz an der Wunschschule. Bildung darf aber kein Glücksspiel sein, sagt die FDP. Zählen sollten der Wille der Eltern und auch die Leistung - doch damit steht sie ziemlich alleine da.
Ärgerliche Notlösung oder am wenigsten ungerecht?
Die AfD spricht beim Losverfahren von einer ärgerlichen Notlösung. Aus Sicht der Grünen ist es in letzter Konsequenz das am wenigsten ungerechte Verfahren, wenn andere Faktoren wie soziale Härtefälle, Geschwisterregelungen oder die Anwahl eines besonderen Profils bereits berücksichtigt wurden.
Bedingungen an allen Schulen verbessern
Die Grünen fordern stattdessen attraktivere Bedingungen an allen Schulen, auch dort, wo die Herausforderungen besonders groß sind, damit sich nicht alle Eltern auf wenige vermeintliche Leuchtturmschulen stürzen.
Längeres gemeinsames Lernen nötig
Aus Sicht der SPD ist ein anderer Punkt entscheidend: Man brauche mehr längeres gemeinsames Lernen. Integrierte Gesamtschulen hätten dafür die größte Erfahrung und verdienten in dieser Debatte deutlich mehr Anerkennung.
“Unsere Schulen sind alle gut”
Der Staatssekretär im CDU-geführten Bildungsministerium, Lösel, sagt, dass die allermeisten Elternwünsche berücksichtigt werden könnten. Knappe Plätze nach Leistung zu vergeben, würde dazu führen, dass einige Schulen auf- und andere abgewertet würden. Der Bildungserfolg eines Kindes dürfe aber nicht davon abhängen, ob eine Schule stark angewählt werde. Lösel betont: “Unsere Schulen sind alle gut.”