Neues Landesprogramm: So werden Hessens Städte krisenfest
Neues Landesprogramm - So werden Hessens Städte krisenfest
Cyberangriffe, Extremwetterereignisse, Stromausfälle - darauf müssen sich Hessens Städte und Gemeinden besser vorbereiten. Zur Unterstützung hat Innenminister Poseck das neue Landesprogramm "KOMPASS Resilienz" gestartet. Die ersten Interessenten gibt es schon.
"Die Einschläge kommen näher", sagt Innenminister Poseck, “darauf müssen wir uns einstellen.” Noch seien die Kommunen in Hessen allerdings unterschiedlich gut vorbereitet. Das soll sich durch das neue Programm ändern. Das sei auch im Interesse der Sicherheit.
Schutz ist Pflichtaufgabe
Für die finanziell am Limit stehenden Kommunen ist der Schutz vor Krisen eine weitere Aufgabe, die geschultert werden muss. Poseck sieht diese Herausforderung, trotzdem sagt er klar: “Es ist unsere Pflicht, dass wir uns darum auch im Interesse der Sicherheit der Menschen gerade jetzt kümmern.”
Aufbau und Ziel des Programms
Das Programm umfasst vier Handlungsfelder: Aufrechterhaltung der kommunalen Handlungsfähigkeit, Stärkung des Bevölkerungsschutzes, Steigerung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung und Schutz Kritischer Infrastrukturen. Ein Resilienz-Siegel zeichnet engagierte Kommunen aus, die konkrete Maßnahmen umsetzen.
Hattersheim einer der ersten Teilnehmer
Einer der ersten Teilnehmer ist Hattersheim am Main. “Für uns geht es wirklich darum, dass wir vielleicht noch was dazulernen, Ideen mitbekommen”, sagt Bürgermeister, Klaus Schindling, im Gespräch mit HIT RADIO FFH. Die ersten Maßnahmen sind allerdings schon getroffen.
Dieselaggregate und Feldbetten
„Wir haben beispielsweise die kritische Infrastruktur wie das Rathaus, Feuerwehrhäuser oder große Sporthallen technisch so versehen, dass man sie mit großen Dieselaggregaten bei einem Stromausfall weiter betreiben kann", sagt Schindling. Zudem könne eine stromlose Tankstelle könne genutzt werden, um die Einsatzfahrzeuge auch bei einem Stromausfall tanken zu können. Darüber hinaus hat Hattersheim Katastrophenlager, sollten viele Menschen evakuiert werden müssen.
Teilnahme am Landesprogramm
Kommunen können sich bewerben, um am Programm teilzunehmen. Voraussetzung ist die Benennung eines Resilienzbeauftragten. Nach Umsetzung der Maßnahmen können Kommunen das Resilienz-Siegel erhalten. Dieses soll sie zur weiteren Stärkung ihrer Krisenfestigkeit motivieren. Interessierte Kommunen können sich per E-Mail für das Programm anmelden. Weitere Infos zum KOMPASS-Programm gibt das Land Hessen online.
Kreis Fulda schon gut vorbereitet
Der Landkreis Fulda beispielsweise führt regelmäßig Übungen durch, um für Krisen gewappnet zu sein. “Üben, das ist was ganz, ganz Entscheidendes. Also nicht nur Pläne machen, sondern sie auch ausführen”, sagt Landrat Bernd Woide. Man sei in sehr engem Kontakt zu den Städten und Gemeinden, um mit ihnen diese Aufgabe zu erfüllen.
Bevölkerung in der Pflicht
Katastrophenschutz ist allerdings nicht nur Sache der Kommunen. Jeder einzelne kann seinen Beitrag leisten. So ruft Innenminister Poseck jeden dazu auf, sich Vorräte anzulegen.