Neuer Hitzeaktionsplan - Mainz will Kitas besonders unterstützen
Nach Wiesbaden hat auch Mainz bei den Maßnahmen gegen Hitze nachgeschärft. Der Hitzeaktionsplan soll kurzfristig den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung verbessern. Zusätzlich sind Maßnahmen speziell für Kindertagesstätten erarbeitet worden.
Kernstück des Hitzeaktionsplans ist die Kommunikation, also wer wann wie informiert wird. Diese erfolgt in vier Stufen, basierend auf Warnungen des Deutschen Wetterdienstes.
- Warnstufe 0: Bereits bei einem Hinweis auf eine mögliche Hitzebelastung informiert und sensibilisiert die Stadtverwaltung die Bevölkerung mit Verhaltenstipps und bereitet die Aktivierung ihrer Netzwerke vor.
- Warnstufe 1 – starke Wärmebelastung: Relevante Informationen werden an Einrichtungen wie Pflegeeinrichtungen, soziale Träger, Kitas oder Beratungsstellen weitergegeben, damit insbesondere besonders gefährdete Menschen frühzeitig erreicht werden.
- Warnstufe 2 – extreme Wärmebelastung: Zusätzlich werden konkrete Hilfsangebote wie Hinweise auf Trinkwasserstellen, kühle Aufenthaltsorte und Unterstützungsangebote für vulnerable Bevölkerungsgruppen verstärkt kommuniziert.
- Warnstufe 3 - bei extremer Hitzeperiode: Sie kommt in länger anhaltenden und außergewöhnlich stark belastenden Hitzeperioden zum Zug. Dann stehen weitergehende Schutzmaßnahmen und Handlungsempfehlungen im Vordergrund, beispielsweise die konsequente Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung oder die Anpassung von Veranstaltungen und Aktivitäten im Freien.
Spezialplan für Kitas
Für städtische Kitas gibt es einen speziellen Hitzeaktionsplan. Dieser bietet Leitlinien für den Umgang mit hohen Temperaturen. Der Plan enthält eine Temperatur-Ampel und Checklisten. Je nach Temperatur reichen die empfohlenen Maßnahmen von zusätzlichen Trink- und Abkühlangeboten über die Anpassung des Tagesablaufs und der Verpflegung bis hin zur Nutzung kühlerer Räume oder einer freiwilligen früheren Abholung der Kinder durch ihre Eltern.
Anschaffungen möglich
Die städtischen Kindertagesstätten haben laut Stadt die Möglichkeit selbstständig über ihren Bedarf an Sonne- und Hitzeschutz vor Ort zu entscheiden und entsprechende Anschaffungen zu tätigen. So können für den Innenbereich Ventilatoren und mobile Klimageräte angeschafft oder auch für das Außengelände Rasensprenger oder Wasserspielzeug gekauft werden.
Appell an Bevölkerung
Sozialdezernentin Jana Schmöller richtet außerdem einen Appell an die Mainzer Bevölkerung: "Hitzeschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Bitte achten Sie an heißen Tagen nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf Ihre Mitmenschen. Fragen Sie ältere Nachbarn, alleinlebende Menschen oder gesundheitlich eingeschränkte Personen, ob sie Unterstützung benötigen oder ausreichend trinken. Oft reicht schon ein kurzer Besuch oder ein Anruf, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden."
Kostenlose Abkühlung in Mainz
In Mainz gibt es zahlreiche Angebote zur Abkühlung. Dazu gehören kostenfreie Wasserspielplätze und die "Wasser to go"-Initiative, die kostenloses Nachfüllen von Trinkwasser ermöglicht. Die Stadt plant zudem, gekühlte Schutzräume einzurichten. Und auch sonst würden die Maßnahmen regelmäßig weiterentwickelt, heißt es von der Stadt.