Verbände warnen: Schwarzmarkt gefährdet Lotto-Förderung
Verbände warnen: - Schwarzmarkt gefährdet Lotto-Förderung
Lotto-Mittel unterstützen in Hessen zahlreiche gemeinnützige Projekte. Doch Verbände sehen wachsende Schwarzmarktangebote als Gefahr – und richten einen Appell an die Politik.
Hessische Sozial- und Sportverbände trommeln gemeinsam mit Lotto Hessen für eine schärfere Gangart im Kampf gegen illegales Glücksspiel. Sport und Kultur, Soziales, Denkmal- und Umweltschutz würden jährlich mit dreistelligen Millionenbeträgen aus Lotto-Mitteln gefördert, erklärten die Organisationen. Sie unterzeichneten den Appell "Gemeinsam für Hessens Gemeinwohl" mit Blick auf die bevorstehende Reform der deutschen Glücksspielregulierung.
An der Initiative beteiligen sich neben Lotto Hessen auch der Landessportbund, die Liga der Freien Wohlfahrtspflege und der hessische Jugendring. Zu den rund 20 Unterstützern zählen den Angaben zufolge das Landesamt für Denkmalpflege, das Rheingau Musik Festival, die Sportstiftung Hessen und der Verein Eintracht Frankfurt.
Lorz: Ehrenamtliches Engagement ohne Lotto-Prinzip nicht denkbar
"Aus jedem Euro Spieleinsatz fließen bei Lotto Hessen rund 20 Prozent unmittelbar in die Förderung von Sport, Kultur, Sozialem, die Jugendarbeit sowie den Denkmal- und Umweltschutz", heißt es in dem Appell. Hinzu komme die Lotteriesteuer. Hessens Finanzminister Alexander Lorz (CDU) erklärte: "Diese Lotto-Mittel leisten einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt in Hessen. Gerade ehrenamtliches Engagement wäre ohne dieses Lotto-Prinzip vielfach gar nicht denkbar."
Doch das Lotto-Prinzip gerate wegen des wachsenden Schwarzmarktes beim Glücksspiel massiv unter Druck, heißt es in dem Appell. "Diese Schwarzmarktangebote kassieren den Spieleinsatz, geben aber nichts zurück: keine Steuern, keinen Jugend- und Verbraucherschutz, keine Gemeinwohlfinanzierung", argumentieren die Unterzeichner.
Appell: Glücksspiel auch mit Werbung in legalen Markt lenken
Nur ein reguliertes Glücksspielangebot, das die Menschen tatsächlich erreiche, könne sie auch wirksam vor den Gefahren der Spielsucht schützen. "Jeder Euro, der in illegale Glücksspielangebote fließt, fehlt dem Ehrenamt und schadet den Menschen in Hessen", heißt es. Oberstes Ziel im kommenden Glücksspielstaatsvertrag müsse es sein, die Nachfrage in den legalen Markt zu lenken, heißt es im Appell. Dazu solle auch angemessene Werbung erlaubt sein. Zudem solle der strafrechtliche Kampf gegen illegale Angebote - speziell im Internet - ausgebaut werden.