Darmstadts Luca Marseiler musste mit einer Trage vom Spielfeld gebracht werden.
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Darmstadt 98 verpasste im Topspiel der 2. Bundesliga die Chance auf die Tabellenführung. Das Duell mit dem FC Schalke 04 ging 1:1 aus.
Nach den Siegen der SV Elversberg und des SC Paderborn zuvor führt S04 die Tabelle nun wieder mit einem Punkt Vorsprung an, allerdings sind die Teams im Aufstiegsrennen noch enger zusammengerückt. Die Darmstädter sind jetzt mit zwei Zählern Rückstand auf Schalke Vierter und damit erstmals seit dem 14. Spieltag nicht auf einem der ersten drei Plätze.
"Es wäre mehr drin gewesen"
Marco Richter sagte nach dem Spiel: "Wir haben ein Topspiel gesehen, aber es wäre vom Gefühl her mehr drin gewesen."
Ich glaube, wir waren richtig gut drin. Ich glaube auch, dass wir ein Top-Spiel gesehen haben hier vor dem Spieltag 1. gegen 2. Da war vieles davon dabei. Ja, vom Gefühl her glaube ich trotzdem, wäre mehr drin gewesen. Aber ich glaube trotzdem, dass es hier im Aufstiegskampf ein gewonnener Punkt ist. Wir haben gegen Tabellen 1. gespielt, die stehen da auch nicht umsonst. Und ja, wie gesagt, den Punkt nehmen wir mit.
Die Gäste waren in einer temporeichen Anfangsphase das zielstrebigere Team. Erstmals jubeln aber durften die Darmstädter nach einem Ping-Pong-Eigentor durch Moussa Ndiaye. Da dieser aber vor dem Treffer von Darmstadts Fabian Nürnberger gefoult wurde, nahm der VAR das Tor wieder zurück.
Marseiler erleidet wohl schwere Verletzung
Wenige Minuten später verletzte sich Lilien-Spieler Luca Marseiler in einem Laufduell ohne Einwirkung eines Gegenspielers wohl schwer am Knie. Die Schalker Nikola Katic und Timo Becker eilten sofort zu dem 29-Jährigen, der anschließend minutenlang behandelt und dann unter Applaus der Zuschauer mit einer Trage vom Spielfeld gebracht werden musste.
Lilien-Coach Florian Kohfeldt über die Verletzung von Marseiler: "Brutaler Moment für uns."
Florian Kohfeldt äußerte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zu der Verletzung von Luca Marseiler: "Der ein oder andere hatte Tränen in den Augen."
Guter Halle-Moment für uns und ich bin jetzt nicht bekannt dafür, sowas so häufig zu sagen, aber da war schon der eine oder andere mit leichten Tränen in den Augen, auch schon auf dem Spielfeld, weil Luca ist ein unglaublich beliebter Spieler bei uns in der Mannschaft, der sich da, wo er jetzt war, das sehr hart erarbeitet hat. Er hat lange Dritte Liga gespielt, hat einen schwierigen Lernprozess gehabt in seinem ersten Zweitliga-Jahr und hat sich zu einem Top-Zweitliga-Spieler, zu einem Unterschiedsspieler in der Zweiten Liga entwickelt und wird dann von einer Sekunde auf die andere da rausgerissen. Das geht den Jungs nahe, das geht mir nahe, das geht, glaube ich, wie Miron gesagt hat, allen nahe. Von daher ist er der wichtigste Luca auf dem Wege. Wir sind bei dir, wie auch immer, aber wir sind bei dir.
Danach wurde die Partie deutlich zerfahrener. Immer wieder gab es Unterbrechungen. Kurz vor der Pause brachte Sylla die Schalker nach einer Ecke durch einen Abpraller nach einem Pfostentreffer von Becker in Führung. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte sorgte dann Lidberg mit einem Schuss aus der Drehung für den Ausgleich.
Ausverkauftes Spitzenspiel
Nach dem Seitenwechsel sahen die 17.810 Zuschauer ein ausgeglichenes Spitzenspiel im restlos ausverkauften “Bölle”. Beide Teams hatten Chancen auf den Siegtreffer, beiden Offensivreihen fehlte aber die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
Die erste Halbzeit war ein bisschen mau, die zweite Halbzeit war dann doch ganz gut. Es war ausgeglichen, ja, war verdientes Unentschieden gewesen. War nicht gut, die Schalker haben gezeigt, dass sie mehr Verlangen, Durst und Lust auf die erste Liga haben. Also es war wirklich kein berauschendes Spiel, aber ich habe vor dem Spiel gesagt, wenn es unentschieden ausgeht, haben wir die beiden Aufsteiger gesehen und so ist es ausgegangen. Also haben wir die beiden Aufsteiger gesehen.