Darmstadt nach zwei Niederlagen - Coach Kohfeldt: "Bleibt eine gute Saison"
Der SV Darmstadt 98 steht am Sonntag (13.30 Uhr) bei der SpVgg Greuther Fürth vor einer wichtigen Auswärtsaufgabe. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge wollen die Lilien im Aufstiegsrennen wieder punkten - und endlich auch in der Fremde ein Erfolgserlebnis feiern. „Klar ist es jetzt, wir müssen jetzt schnell punkten wieder“, sagte Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt vor der Partie.
Trotz des jüngsten Rückschlags sieht der Coach seine Mannschaft nicht in einer Krise. Vielmehr habe sich das Team nach schwierigen Wochen personell und sportlich wieder stabilisiert. „Ich sehe keinen Mangel an Selbstvertrauen, überhaupt nicht. Wir wissen, was wir können“, betonte Kohfeldt. Schon seit „drei, vier Wochen“ erkenne er eine positive Entwicklung: „Die Trainingsqualität ist hoch. Unser Rhythmus wird viel besser.“
Kohfeldt sieht sein Team auf gutem Weg
Vor allem die 0:1-Heimniederlage gegen Hannover bewertet der 43-Jährige deutlich anders als den schwachen Auftritt zuvor in Bielefeld. Während das Spiel in Ostwestfalen für ihn „der einzige Totalausfall der Saison bislang“ gewesen sei, habe Darmstadt gegen Hannover in vielen gefährlichen Räumen agiert. „Es war eines unserer besten Spiele der Saison, um ins letzte offensive Drittel zu kommen, in Zehnerräume zu kommen, in die Strafraumsituationen zu kommen. Und dann fehlt halt häufig der letzte Punch“, sagte Kohfeldt.
Fürths Abwehrstatistik täuscht aus Kohfeldts Sicht
Genau dort soll in Fürth der Hebel angesetzt werden. Zwar stellen die Franken mit 61 Gegentoren statistisch die anfälligste Defensive der 2. Liga, doch Kohfeldt warnt vor einer trügerischen Zahl. „Das resultiert viel auch aus der Hinrunde, als sie am Anfang wirklich große Probleme hatten. Sie haben sich jetzt deutlich stabilisiert“, sagte der Darmstadt-Coach.
Deshalb brauche seine Mannschaft „eine gewisse Form von Geduld“, zugleich aber auch „eine gewisse Form von Risikobereitschaft“. Kohfeldt formulierte es so: „Das ist diese Mischung, die wir in Fürth brauchen - zwischen Geduld und im letzten Drittel aber auch Risikobereitschaft.“
Auswärtsschwäche bleibt ein Thema
Ein besonderer Fokus liegt auf Darmstadts Auswärtsbilanz. Seit November warten die Lilien auf einen Sieg in der Fremde - so lange wie kein anderes Team der Liga. Kohfeldt macht daraus aber kein grundsätzliches Problem im Umfeld der Mannschaft. „Trotzdem fühlt es sich nicht so an, als ob wir ein Auswärtsthema haben intern“, sagte er.
Weder Abläufe noch Anreise oder Hotel seien aus seiner Sicht Gründe für die Bilanz. Entscheidend sei vielmehr die Haltung auf dem Platz: „Wir müssen uns auch in Auswärtsspielen trauen, an das zu glauben, was wir zu Hause eigentlich immer haben.“ Sein Appell an die Mannschaft: „Wir drücken unser Spiel am Ende durch.“
Zwei Ausfälle für das Spiel in Franken
Personell müssen die Darmstädter in Fürth auf Luca Marseiler verzichten, der „noch einige Wochen“ fehlen wird. Außerdem fällt Grayson Dettoni krank aus. Ansonsten seien „alle anderen Spieler nach aktuellem Stand einsatzbereit“, so Kohfeldt.
Auch mental sieht sich Darmstadt gut vorbereitet
Mit Blick auf die Schlussphase der Saison sieht der Trainer sein Team auch mental gut gewappnet. Darmstadt habe frühzeitig und kontinuierlich an diesem Bereich gearbeitet. „Wir arbeiten seit Saisonbeginn mit einem sehr renommierten Sportpsychologen zusammen“, erklärte Kohfeldt. Gerade jetzt komme es auf die richtige Balance an: „zwischen Fokus, Leichtigkeit, Vertrauen“.
Druck verspüre seine Mannschaft dabei nicht in lähmender Form. Im Gegenteil: „Unser Benefit ist, und der ist riesengroß: Diese Saison wird immer eine gute bleiben - egal, wie die letzten fünf Spiele ausgehen.“ Darmstadt wolle unbedingt erfolgreich sein, müsse aber nichts erzwingen. „Wir wollen, weil wir Sportler sind. Aber wir müssen nicht“, sagte Kohfeldt. „Und das ist ein Riesenvorteil auch im Kopf.“