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Justus Östreich: Hessens neues Wunderkind am Billardtisch

Justus Östreich aus Gelnhausen - Hessens neues Wunderkind am Billardtisch

Sonja Pahl

Leiterin Sport
Sonja Pahl

Justus Östreich (Mitte) ist auf dem besten Wege Hessens neuer Vorzeige Billard-Spieler zu werden. Papa Oliver (re.) unterstützt Justus genau wie PBC-Clubvorstand Oliver Schuhmacher (li.).
© FFH

Justus Östreich (Mitte) ist auf dem besten Wege Hessens neuer Vorzeige Billard-Spieler zu werden. Papa Oliver (re.) unterstützt Justus genau wie PBC-Clubvorstand Oliver Schuhmacher (li.).

Mit 18 Jahren gehört Justus Östreich schon zu den größten Hoffnungen im deutschen Billard. Der junge Sportler vom PBC Gelnhausen spielt seit seiner Kindheit, trainiert rund 15 Stunden pro Woche - und steht jetzt vor dem nächsten großen Schritt: Ende Juli reist er erstmals als Profi zu einem internationalen Turnier in den USA.

Während viele Jugendliche noch nach ihrem sportlichen Weg suchen, hat Justus Östreich seinen längst gefunden. Billard ist für den 18-Jährigen nicht nur ein Hobby, sondern Leidenschaft, Alltag und Zukunftsvision zugleich. Bei den vergangenen Deutschen Meisterschaften spielte sich der Langenselbolder bis auf Rang fünf - ein Ergebnis, das seinen Namen in der Szene endgültig bekannt gemacht hat.

Vom Urlaubsvergnügen zur Leistungssport-Karriere

Dabei begann alles eher zufällig. Ursprünglich spielte Justus Fußball. Nach einem Umzug und dem Wechsel in einen anderen Verein ging ihm dort jedoch der Spaß verloren. Eine andere Leidenschaft war da längst vorhanden: Billard. Im Urlaub spielte er mit seinen Eltern immer wieder gern - irgendwann suchte die Familie einen Verein in der Nähe.

„Dann habe ich ganz normal angefangen, hatte Spaß daran“, erzählt Justus. Anfangs sei er einmal pro Woche zum Training gegangen. Einen richtigen Schub bekam seine Entwicklung dann in der Corona-Zeit. „Da hat es dann angefangen, dass ich mehr gespielt habe durch die Zeit, die ich hatte.“ Von da an wurde aus dem Zeitvertreib ehrgeiziges Training. Heute investiert er rund 15 Stunden pro Woche in seinen Sport.

Der Reiz: immer besser werden

Was ihn am Billard fasziniert? Für Justus ist die Antwort klar: „Dass man Sachen immer verbessern kann.“ Genau dieses ständige Feilen an Technik, Präzision und mentaler Stärke ist es, was ihn antreibt. Denn Billard ist für ihn viel mehr als nur das Lochen von Kugeln. „Auf hohem Niveau gewinnt nicht immer der auf dem Papier Beste“, sagt er. „Das kommt immer auf die Tagesform an.“ Gerade bei den Profis sei der Unterschied oft minimal. Fehler dürfe man sich dort kaum erlauben.

Dass Justus schon jetzt so weit ist, hat er vor allem seiner Entwicklung in den vergangenen Jahren zu verdanken. Vor rund zwei bis zweieinhalb Jahren habe er erstmals gespürt, dass aus Talent echte sportliche Perspektive werden könnte. „Dass ich immer besser und besser werde, fokussierter trainiere und auch in Turnieren dann immer bessere Leistungen abrufen konnte.“

Zwischen Jugendzimmer und Profi-Ambitionen

Trotz seiner Erfolge wirkt Justus angenehm bodenständig. Wenn Freunde mit ihm Billard spielen, staunen viele zwar über sein Niveau. Manche hielten Billard sogar noch immer für einen „Rentnersport“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Dabei ist sein Alltag längst auf Leistung ausgerichtet. Vor Turnieren achtet er auf Routinen, ausreichend Schlaf und Konzentration. Wenn am nächsten Tag ein wichtiges Match ansteht, verzichtet er bewusst auf Alkohol und geht früh ins Bett. Auch ein Glücksbringer reist immer mit: ein Casino-Chip aus Las Vegas, den er seit Jahren in seiner Billardtasche aufbewahrt.

Erst Rang fünf in Deutschland - jetzt die große Bühne

Mit seinem fünften Platz bei den Deutschen Meisterschaften hat Justus eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er zu den besten jungen Spielern des Landes gehört. Für ihn selbst ist das aber eher Ansporn als Endpunkt. Sein Ziel ist klar formuliert: Er will sich in den kommenden Jahren so weit steigern, dass er mit den Topspielern der Welt mithalten kann. „Dass ich mich nicht verstecken muss und gegen die auch antreten kann“, sagt er. Langfristig träumt er sogar davon, einmal ein Major-Event zu gewinnen.

Billardspieler Östreich: "Will an die Topspieler ran"

"Mein großes Ziel ist es, mal ein Turnier zu gewinnen", sagt Billardspieler Östreich am FFH-Mikro.

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Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist nun bereits Realität: Justus hat seinen Profivertrag erhalten und zählt damit künftig zum Kreis der Spieler, die bei großen Matchroom-Turnieren einen festen Startplatz bekommen. Ende Juli geht es für ihn deshalb erstmals als Profi über den Atlantik.

Premiere in den USA

In Amerika warten gleich zwei große Turniere auf den jungen Hessen. Zunächst spielt Justus in Fort Lauderdale nahe Miami bei den Vice City Classics, anschließend folgt Anfang August die Florida Open mit einem riesigen Teilnehmerfeld. Dort trifft er auf gestandene Profis - und sammelt Erfahrungen auf einem ganz neuen Niveau. Die Reise ist auch persönlich ein Meilenstein: Erstmals ist Justus auf dieser Ebene ohne seinen Vater an der Seite unterwegs. Stattdessen reist er mit Billard-Kollegen aus Deutschland.

Aufgeregt sei er trotzdem nur bedingt. „Ich bin aufgeregt, weil ich noch nie in dem Land war“, sagt er. Vor den Spielen selbst sei er inzwischen deutlich ruhiger geworden. „Ich bin eigentlich nicht mehr wirklich aufgeregt vor den Spielen.“

 

Östreich erlebt beim Billard auch Kurioses.

Justus Östreich berichtet am FFH-Mikro auch von lustigen Momenten: "Die Lampe ist plötzlich runter gefallen."

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Der größte Fan steht zu Hause

Dass Justus diesen Weg gehen kann, liegt auch an der engen Unterstützung seiner Familie. Sein Vater Oliver Weirich begleitet die Entwicklung seines Sohnes seit Jahren mit großer Leidenschaft. „Es ist natürlich schön, einen Jugendspieler in seinem Alter begleiten zu können - vom ersten Stoß auf die internationale Bühne“, sagt er.

Vor dem ersten großen Profi-Abenteuer in den USA blickt Oliver Weirich mit Vorfreude und Respekt auf das, was kommt. Eine Prognose will er bewusst nicht abgeben. „Er soll Erfahrungen sammeln, weiter fokussiert am Tisch stehen, auch Freude dabei haben - alles Weitere kommt von selbst.“

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