FFH im Eintracht-Trainingslager - SGE holt Otávio für die Defensive
Otávio unterschreibt Vertrag bis 2031
Eintracht Frankfurt hat sich in der Defensive verstärkt. Der brasilianische Innenverteidiger Otávio wechselt vom portugiesischen Erstligisten CF Estrela Amadora an den Main. Der 20-Jährige bekommt bei den Hessen einen langfristigen Vertrag bis Sommer 2031.
Der Abwehrspieler wird laut Verein zunächst die obligatorischen Medizinchecks in Frankfurt absolvieren. Im Anschluss soll er direkt in das Trainingslager der Mannschaft nach Grassau nachreisen. Bei der Eintracht läuft er künftig mit der Rückennummer fünf auf.
Mit dem Transfer sichern sich die Frankfurter einen jungen, hochveranlagten Spieler mit viel Entwicklungspotenzial, wie Sportdirektor Timmo Hardung mitteilt. Der Neuzugang sei athletisch, schnell und bringe eine ausgeprägte Verteidigungsmentalität mit. Genau diese Eigenschaften wolle man im Kader gezielt stärken, heißt es vom Bundesligisten.
Beim Training am Montagvormittag ist es plötzlich kalt in Grassau und es regnet. Trainer Hütter ist trotzdem gut gelaunt. Weitere Neuzugänge sind aber noch nicht zu sehen. Innenverteidiger Otavio und Sechser Raphael Onyedicka sind aber offenbar im Anflug.
Der Wettergott im Chiemgau schickt am Montagvormittag dicke, schwarze Regenwolken und Kälte. Trainer Hütter steht trotzdem in kurzen Hosen auf dem Platz und beobachtet gut gelaunt seine Spieler, die zum Teil angestrengt wirken und vielleicht auch ein bisschen müde. Den meisten steckt die Belastung plus das Testspiel vom Sonntag mit dem 3:0-Sieg gegen Trabzonspor in den Beinen. Verständlich.
Die Fans haben sich vom schlechten Wetter nicht abbringen lassen, auch wenn es am Montagvormittag weniger sind, als noch in den ersten Tagen. Sie sind aber zunehmend optimsitisch: „Meine Eindrücke werden immer besser“, sagt mir Lars, der in Grassau wohnt, aber eigentlich aus Florstadt kommt. „Für die Defensive müssen noch welche kommen, aber da wird noch was passieren“, ist er sich sicher. Und in der Tat sind die Frankfurter offenbar mit Innenverteidiger Otavio, der aus Portugal kommt, auf einem guten Weg und auch mit Sechser Raphael Onyedicka vom FC Brügge.
Nach der Einheit unterstrich Mittelfeldyoungster Love Arrhov unterdessen seine Ambitionen bei der Eintracht weiter vorwärtszukommen. Auf FFH-Nachfrage schwärmte er dabei von seinem Vorbild Mario Götze:“Er ist mein Mentor. Er kann mir viele Tipps geben und ich kann ihn immer fragen. Er hilft mir sehr. Ich verfolge ihn, seit er 2014 Weltmeister wurde.“
Hütter zufrieden nach 3:0-Erfolg
Eintracht Frankfurt hat das Testspiel in Salzburg gegen den türkischen Trabzonspor mit 3:0 gewonnen. In der ersten Hälfte spielte die beste Eintracht Elf und führte 2:0. Nach der Pause wechselte Trainer Hütter einmal komplett durch.
Zu der ersten Elf gehörten u.a. Kauã Santos im Tor als Nummer 1 und Robin Koch als Kapitän. Im Sturm spielten Burkardt und Ebnoutalib. Die Abwehrreihe bildeten Baum, Collins Koch und Kosugi.
In der ersten Hälfte hatte die Eintracht von Beginn an das Kommando übernommen. Schon nach 9.Minuten traf Hugo Larsson für die Eintracht sehenswert mit der Hacke nach einem Zuspiel von Ritsu Doan. Ab Mitte der ersten Halbzeit ließen die Hessen dann etwas nach, rissen sich dann aber nach rund 10 Minuten wieder zusammen. In der 36. Minute traf Burkardt nach Foul an Uzun zum 2:0 per Elfmeter.
Nach dem Wechsel blieb Trabzonspor schwach, obwohl Frankfurt mit der zweiten Reihe spielte. Das 3:0 fiel durch ein Eigentor der Türken. Trainer Hütter war danach zufrieden: “Die Jungs haben über weite Strecken das umgesetzt, was wir trainiert haben.”
Knauff fordert mehr Feuer
Ansgar Knauff blickt bei Eintracht Frankfurt optimistisch auf die neue Saison und setzt nach dem enttäuschenden Vorjahr auf einen echten Neustart. „Wir waren alle nicht zufrieden mit der letzten Saison“, sagte der Offensivspieler. Vor allem die fehlende Intensität habe das Team ausgezeichnet: „Da gilt es einfach, wieder anzusetzen, dass wir die Grundtugenden auf den Platz bringen, Intensität, Feuer reinbringen und so auch die Fans wieder auf unsere Seite ziehen.“
Fans wieder auf die Seite ziehen
Die ersten Eindrücke unter dem neuen Trainer seien durchweg positiv. „Es ist eine sehr gute Energie auch im Team“, sagte Knauff. Zwar funktioniere „taktisch noch nicht alles“, aber: „Es ist ein ganz anderes Bild wieder da.“ Die geforderte intensive Spielweise komme ihm entgegen: „Ich freue mich sehr auf die Saison. Ich glaube, das ist etwas, wo ich mich auch gut einbringen kann.“
Auch inhaltlich sei der Kurs klar: Frankfurt wolle wieder unangenehmer zu bespielen sein. „Am Ende wollen wir auch wieder um Europa spielen“, betonte Knauff, schob aber nach: „Für genaue Saisonziele ist es noch ein bisschen zu früh“, weil der Kader noch nicht komplett sei.
Ziel ist wieder Europa
Mit Blick auf die schwierige Schlussphase der vergangenen Saison sprach Knauff auch über Unruhe im Umfeld. „Es waren viele Themen drumherum, mit denen man sich beschäftigt hat, was einfach nicht mehr dem eigentlichen Fokus gedient hat“, sagte er. Umso wichtiger sei jetzt der Neuanfang: „Alle sind wieder voll dabei, alle haben ein klares Ziel und einen klaren Fokus, den Verein wieder nach oben zu bringen.“
Viel Optimismus zum Auftakt
Eintracht Frankfurt ist ins Trainingslager in Grassau gestartet - und bei Mario Götze überwiegt zum Auftakt klar der Optimismus. Der Weltmeister von 2014 schilderte nach dem ersten Tag in Bayern einen rundum positiven Eindruck von Mannschaft, Intensität und Atmosphäre.
„Sehr positiv“, sagte Götze auf die Frage nach seinem ersten Eindruck der Mannschaft vor der neuen Saison. Zwar wolle er nach wenigen Tagen noch keine endgültige Bewertung abgeben, doch der Start stimme ihn zuversichtlich. Götze sagt auf FFH-Nachfrage: „Ich glaube, es ist alles noch sehr früh. Aber wir sind alle gut in die Tage reingestartet, hatten die Testungen, hatten Trainingseinheiten, hatten intensive Trainingseinheiten.“
Götze: “Wir sind gut gestartet”
Auch die Bedingungen rund um den Auftakt bewertet der 34-Jährige als gelungen. Schon beim ersten Training guckten rund 500 Fans zu: „Bis dato, das, was ich gesehen habe, plus Wetterbedingungen spielen hier natürlich auch eine Rolle - das war jetzt alles sehr, sehr positiv“, erklärte Götze. Das gelte nicht nur für die Arbeit im Camp am Chiemsee, sondern auch für die ersten Eindrücke zuvor in Frankfurt: „Auch in Frankfurt, die öffentlichen Trainings etc. - das war alles sehr gut.“
Powernap, Dehnen und Ernährung wichtig
Für Götze ist ein Trainingslager trotz aller Routine im Profi-Alltag immer wieder etwas Besonderes. Schließlich ist es für den Routinier längst nicht das erste seiner Karriere. „Ja, es sind schon ein paar zusammengekommen. Alle sind immer irgendwie neu, unterschiedlich, aber klar ist: auch immer irgendwie was Gutes. Man bereitet sich auf die neue Saison vor, auf das, was kommt.“
Dass die Vorbereitung mit zunehmendem Alter anspruchsvoller wird, verhehlt der ehemalige Nationalspieler nicht. „Ja gut, ich weiß ja, dass ich nicht mehr 20 bin“, sagte Götze mit einem Lächeln. Heute gehe er die Belastungen anders an als zu Beginn seiner Laufbahn: „Da ist der Fokus irgendwie Recovery und dann eben nochmal mehr auf Schlaf, Ernährung, Eisbecken, Dehnen etc. zu achten. Ich glaube, das ist super wichtig, gerade wenn man langfristig oder längerfristig spielen möchte.“
Dabei habe sich über die Jahre auch seine persönliche Routine verändert. „Also es ist schon so, man muss dann vielleicht nochmal eine Behandlung mehr machen, nochmal irgendwie ein bisschen mehr dehnen, nochmal ein bisschen mehr vielleicht einen Nap einbauen“, sagte Götze. „Ich bin jetzt 34 … von daher muss man da schon drauf achten.“
Ziel: Mehr Energie und Enthusiasmus
Mit Blick auf die neue Saison will sich die Eintracht im Trainingslager vor allem die Grundlagen zurückholen, die in der vergangenen Spielzeit zeitweise gefehlt haben. Götze formuliert dabei eine klare Vorstellung: „Wir wollen wieder mit Energie, mit Enthusiasmus spielen. Wir wollen offensiv spielen, logischerweise. Und das ist uns vielleicht die letzten Monate nicht so gelungen. Ich glaube, da müssen wir wieder hinkommen.“
Auch unter dem neuen Trainer sieht Götze positive Ansätze. Der erfahrene Mittelfeldspieler sprach von einem „sehr positiven Eindruck“ und ergänzte mit Blick auf die ersten Einheiten und Gespräche: „Ich glaube, genau der Mann, der hier gebraucht wird - auch für Frankfurt, für uns als Mannschaft, für die Fans.“
Trainer Hütter positiv für Frankfurt
Trotz eines Kaders, der sich im Laufe des Transferfensters noch verändern könnte, bleibt Götze gelassen. „Ich glaube, es ist ein ganz normaler Prozess auch“, sagte er. Entscheidend sei nun, den Fokus auf die tägliche Arbeit zu richten: „Wir freuen uns und konzentrieren uns auf das, was jetzt hier ist, auf die Trainingseinheiten, uns da vernünftig vorzubereiten. Das ist auch etwas, was in unserem Ermessen liegt - und das ist das Wichtigste.“