Gegen Bayer Leverkusen - DFB-Pokal: Scherning hofft auf Sensation
Am Samstag steht für den SV Wehen Wiesbaden das größte Spiel des Jahres an: Im DFB-Pokal kommt Bayer 04 Leverkusen in die BRITA-Arena. Cheftrainer Daniel Scherning macht vor der Partie klar: Der SVWW ist klarer Underdog - will aber nicht nur ein gutes Ergebnis, sondern tatsächlich weiterkommen.
Klares Ziel trotz Außenseiterrolle
Auf die Frage, ob eine knappe, ehrbare Niederlage - wie sie der SVWW in früheren Pokaljahren gegen Mainz, Leipzig oder Bayern kassierte - schon ein Erfolg wäre, stellte Scherning klar, dass er als Wettkämpfer jedes Spiel gewinnen wolle. Der SVWW brauche dafür eine sehr gute eigene Leistung sowie etwas Spielglück, das Ziel bleibe aber die nächste Runde. Gerade der Saisonstart gibt jedoch wenig Spielraum dafür - Wiesbaden verlor die ersten beiden Spiele in der 3.Liga und muss sich vorerst mit dem letzten Tabellenplatz zufrieden geben.
Respekt vor einem hochkarätigen Kader
Leverkusen hat zwar noch keine Pflichtspiele in dieser Saison absolviert, zeigte laut Scherning aber in Testspielen bereits hohe Qualität. Unter dem neuen Trainer setze die Werkself auf schnelle, dribbelstarke Außenspieler in einem variablen 4-3-3. „Jeder, der da starten wird, ist mehr wert als unser gesamter Kader. Das ist eine brutale Herausforderung für uns“, so Scherning - er glaubt aber an eine Chance mit eigenen Stärken und etwas Spielglück.
Kein Vorteil durch vorzeitigen Ligastart
Auf die These, der SVWW habe durch bereits absolvierte Liga-Partien einen Rhythmus-Vorteil, reagierte Scherning zurückhaltend. Von 32 Duellen zwischen Amateur- und Profivereinen in der ersten Pokalrunde habe im Vorjahr nur eine Handvoll Teams aus dem Amateurtopf weitergekommen. Große Überraschungen seien seltener geworden, weil Bundesligisten den Pokalauftakt mittlerweile sehr ernst nähmen.
Personal: Hercher fehlt, Cajkun eine Option
Philipp Hercher steht am Wochenende wegen leichter muskulärer Probleme nicht zur Verfügung, Flo Hübner ist nach längerer Pause seit Anfang der Woche wieder teilweise im Mannschaftstraining dabei. Für die Hercher-Position kommen laut Scherning je nach System Ben Nink, Simon Steele oder Robin Kalem infrage. Der erst vergangene Woche ausgeliehene Ayub Cajkun hat gut trainiert und wird nach Einschätzung des Trainers voraussichtlich Einsatzminuten bekommen.
Volles Haus in der BRITA-Arena erhofft
Nach Vereinsangaben gibt es noch einige Rückläufer-Tickets im Sitzplatzbereich sowie Stehplatz-Karten. Der Verein hofft auf ein ausverkauftes Stadion bis Samstag. Scherning erinnerte an das Testspiel gegen den FC Bayern München, bei dem eine volle Arena spürbar Energie freigesetzt habe: „Das ist ein schöner Nebenaspekt, der uns auch Motivation und Kraft gibt.“