Nach schlechtem Drittliga-Start - Jochen Seitz neuer Trainer beim SVWW
Der neue Mann an der Seitenlinie beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden steht fest: Jochen Seitz übernimmt ab sofort das Kommando bei den Rot-Schwarzen und soll die Wende in der 3. Liga einleiten.
Der 49-Jährige unterschreibt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027, inklusive Verlängerungsoption. Mit Seitz kommt auch ein neuer Co-Trainer nach Wiesbaden: Nico Wegmann komplettiert künftig das Trainerteam, während Frank Steinmetz und Giuliano Modica als bisherige Co-Trainer an Bord bleiben.
Stöver: "Klar strukturiert, erkennbare Handschrift"
Geschäftsführer Sport Uwe Stöver begründet die Entscheidung mit der bisherigen Trainerbilanz von Seitz. Dessen Teams seien "klar strukturiert" gewesen, hätten "eine erkennbare Handschrift" gehabt und "regelmäßig mehr erreicht, als viele ihnen im Vorfeld zugetraut hatten", so Stöver. Er verspricht sich von Seitz eine "aktive und mutige Spielidee" mit hoher Intensität gegen den Ball und Tempo im eigenen Spiel.
Neue Lösung nach Trennung von Scherning
Stöver macht zugleich deutlich, worum es jetzt geht: Die vorhandene Kaderqualität müsse "mit Struktur, Klarheit und Überzeugung auf den Platz" gebracht werden. Ziel sei es, bis zur Winterpause Stabilität zu entwickeln und den Anschluss ans Tabellenmittelfeld herzustellen. Zuvor hatte sich der SVWW von Daniel Scherning getrennt.
Seitz: "Mannschaft mit großem Potenzial"
Auch der neue Trainer selbst äußert sich zum Wechsel. "Der SV Wehen Wiesbaden bringt vieles mit, was eine Aufgabe für einen Trainer attraktiv macht: ambitionierte Verantwortliche, professionelle Rahmenbedingungen und eine Mannschaft, in der großes Potenzial steckt", sagt Seitz. Die Gespräche mit den Verantwortlichen hätten ihn schnell überzeugt. Besonders freue er sich darauf, "endlich auf dem Trainingsplatz zu stehen und gemeinsam mit der Mannschaft die Arbeit aufzunehmen". Sein erklärtes Ziel: die Mannschaft Schritt für Schritt stabilisieren und als Einheit weiterentwickeln.
Vom Bundesliga-Profi zum gefragten Trainer
Seitz ist gebürtiger Unterfranke und in der Region zwischen Spessart und Rhein-Main verwurzelt. Als aktiver Spieler bestritt er 162 Bundesligaspiele und 73 Partien in der 2. Bundesliga - unter anderem für den Hamburger SV, die SpVgg Unterhaching, den VfB Stuttgart, den FC Schalke 04, den 1. FC Kaiserslautern und die TSG Hoffenheim. Dabei arbeitete er mit Trainergrößen wie Felix Magath, Jupp Heynckes und Ralf Rangnick zusammen. Zu seinen größten Erfolgen als Spieler zählen der Bundesliga-Aufstieg mit Unterhaching 1999, die Deutsche Vizemeisterschaft mit Stuttgart 2003 sowie zwei Aufstiege mit Hoffenheim von der 3. Liga in die Bundesliga.
Karrierestart in Alzenau und Aschaffenburg
Seine Trainerlaufbahn startete Seitz beim FC Bayern Alzenau, ehe er den SV Viktoria Aschaffenburg von 2016 bis 2023 formte. 2018 gelang ihm dort der Aufstieg in die Regionalliga Bayern, 2021 erreichte er mit dem Klub sogar die Aufstiegsspiele zur 3. Liga.
Zuletzt bei Lok Leipzig
Zuletzt führte Seitz den 1. FC Lokomotive Leipzig in den Spielzeiten 2024/25 und 2025/26 jeweils zur Meisterschaft in der Regionalliga Nordost - mit einer der besten Offensiven und der besten Defensive der Liga. Im Mai 2021 schloss er zudem seine Fußballlehrer-Ausbildung mit der Bestnote 1 ab.
So geht es jetzt weiter
Sein Debüt an der Seitenlinie feiert Seitz bereits am Freitag, den 2. Oktober, beim Testspiel gegen den Karlsruher SC. Das Pflichtspiel-Debüt als SVWW-Cheftrainer folgt dann am Sonntag, den 11. Oktober, im Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt. Ob Seitz die Wiesbadener wie erhofft aus der Krise führt, wird sich also schon in den kommenden Wochen zeigen. In der Tabelle belegen die Landeshauptstädter den vorletzten Platz.