Nach Großbrand in Lauterbach - Zwei der Brandhäuser werden abgerissen
Viele haben die schrecklichen Bilder vom Großbrand im Juli im Lauterbach noch im Kopf. Am Montag (09.11.) beginnen jetzt die Abrissarbeiten von zwei Häusern - sie wurden bei dem Brand so stark beschädigt, dass sie nicht mehr zu retten sind.
Bauamtsleiter Jörg Saller erklärt im FFH-Gespräch: "Wir haben seit letzter Woche ein Gutachten vorliegen, das auch bei der Denkmalpflege und der Bauaufsicht genehmigt wurde, das eindeutig belegt, dass die Gebäude akut einsturzgefährdet sind." Das Hotel Schütz sei im hinteren Bereich bereits kollabiert, eine Sanierung im Bestand daher unmöglich.
Kein einfaches Umdrücken - es geht von oben nach unten
Weil die Häuser eng bebaut stehen und historische Fachwerkstrukturen haben, kann nicht einfach plan abgerissen werden. Saller: "Ein einfaches Umdrücken kann nicht stattfinden." Zusätzlich liegt hinter den Gebäuden der deutlich tiefere Obere Graben, der ebenfalls geschützt werden muss - deshalb wird von oben nach unten abgetragen. Und das wird einige Zeit dauern. Lauterbachs Bürgermeister Holger Marx sagt im FFH-Interview, er hoffe, dass bis Weihnachten alles geschafft sei.
Fachwerkfassade soll gerettet werden
Immerhin eine gute Nachricht: Die historische Fachwerkfassade eines der Häuser soll erhalten bleiben. Bürgermeister Marx erklärt, die Fassade werde "kontrolliert abgebaut" und sorgsam dokumentiert sowie eingelagert, damit sie später wieder aufgebaut werden kann. Ganz wie vorher werde das Ensemble aber nicht wieder aussehen, räumt er ein.
Wiederaufbau ist Sache der Eigentümer
Ob und wie die beiden Gebäude wiederaufgebaut werden, entscheiden laut Marx letztlich die Versicherer gemeinsam mit den Eigentümern. Beim Hotel Schütz sei bereits ein Planer mit dem Wiederaufbau beauftragt, für das zweite Gebäude werde in Kürze ein Planungsauftrag erwartet.
Andere Gebäude weniger stark betroffen
Die beiden Nachbarhäuser müssen dagegen nicht abgerissen werden, sondern können saniert werden, erklärt Bauamtsleiter Jörg Saller im Interview mit HIT RADIO FFH.
Geschäfte und Bewohner größtenteils versorgt
Der Großteil der betroffenen Geschäfte hat laut Marx bereits neue Räume gefunden, zum Teil sogar direkt vor Ort - die Stadt habe schnell nach Leerständen gesucht. Einige ältere Gewerbetreibende überlegten dagegen noch, ob sie überhaupt neu anfangen wollen. Auch für die rund 30 Bewohner der Häuser gibt es gute Nachrichten: Alle haben eine feste neue Wohnung gefunden - die meisten davon direkt in Lauterbach.
Spendenkonto wird Ende des Monats geschlossen
Bürgermeister Marx zieht zudem Bilanz beim Spendenkonto, das Ende November geschlossen wird: Rund 200.000 Euro seien zusammengekommen. Ein eigens eingerichteter Spendenrat habe bereits 47.000 Euro an Soforthilfen ausgezahlt, weitere Zahlungen an Betroffene würden nun auf Basis eines neu entwickelten Formulars abgewickelt. Außerdem unterstützt das Land Hessen Lauterbach mit 912.000 Euro. Das Geld soll sowohl für die Bewältigung der Brandfolgen, als auch für die Entwicklung der Kernstadt eingesetzt werden.
Bürgermeister Marx: “Vielen Dank für Ihr Verständnis”
Bürgermeister Holger Marx spricht im FFH-Interview ein großes Lob und einen großen Dank an die Bewohner und die Gewerbetreibenden am Marktplatz aus, für ihre Geduld und ihr Verständnis. Denn durch den Abriss der beiden Häuser sind weitreichende Sperrungen nötig. Und er ruft auf: “Kommen Sie weiterhin in unsere Innenstadt, kaufen Sie hier ein, so unterstützen Sie die Läden hier vor Ort.”