Bisher noch sieglos - HSG Wetzlar hofft auf Befreiungsschlag
Die HSG Wetzlar wartet seit acht Spielen auf einen Sieg - am Donnerstag soll es gegen den formstarken HC Erlangen endlich klappen. In der Buderus Arena geht es für die Mittelhessen um dringend benötigte Punkte im Tabellenkeller.
Mit nur 2:14 Punkten steht die HSG Wetzlar nach acht Spieltagen am Tabellenende der OPEL Handball-Bundesliga. Durch den Auswärtssieg der SG BBM Bietigheim in Göppingen am vergangenen Wochenende rutschten die Mittelhessen sogar auf den 18. Platz ab. Der Druck auf die Grün-Weißen wächst, auch wenn die Mannschaften im Tabellenkeller weiterhin eng beieinanderliegen.
Mut macht der HSG vor allem das jüngste Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen, das trotz schwachem Start, personellen Problemen und der Roten Karte gegen Dominik Mappes mit einem 30:30-Unentschieden endete. Geschäftsführer Sport Michael Allendorf blickt zuversichtlich auf das Donnerstagspiel: „Wir sollten die positiven Dinge aus den vergangenen Wochen mitnehmen und daran anknüpfen." Auch die Niederlage in Stuttgart sei "bei weitem nicht alles schlecht" gewesen, so Allendorf.
Trainer fordert mehr Konstanz
Trainer Rúnar Sigtryggsson sieht die Mannschaft in guten Phasen, der entscheidende Faktor fehle aber noch: „Erlangen hat einen Lauf. Wir haben auch einen Lauf, aber leider keinen positiven." Der Isländer hofft, dass seine Mannschaft beide Serien gegen Erlangen brechen kann und setzt dabei auch auf die Unterstützung von den Rängen, die schon gegen die Rhein-Neckar Löwen spürbar war: „Wenn wir es alleine nicht schaffen, brauchen wir die Hilfe der Halle."
Personell bleibt die Lage angespannt. Sigtryggsson muss weiterhin auf Jona Schoch (Gehirnerschütterung) und Doruk Pehlivan (Riss des vorderen Syndesmosebandes) verzichten. Kapitän Josip Simic ist zwar noch angeschlagen, trainiert aber wieder und soll gegen Erlangen zum Einsatz kommen.
Erlangen mit historischem Saisonstart
Der HC Erlangen reist mit 9:7 Punkten als Tabellenachter nach Wetzlar und hat damit den besten Bundesliga-Saisonstart seiner Vereinsgeschichte hingelegt. Zuletzt untermauerten die Franken ihre Form mit einem 33:32-Heimsieg gegen die MT Melsungen. Verstärkt wurde das Team durch die Neuzugänge Rubens Pierre im Tor, Spielmacher Eloy Morante und Linkshänder Frieder Bandlow, dazu ist mit Viggo Kristjánsson der beste Erlanger Torschütze der Vorsaison nach Verletzungspause zurück.
Sigtryggsson hat die Erlanger genau analysiert: „Der HC Erlangen legt seinen Fokus auf die Abwehr." Besonders das Umschaltspiel der Franken habe sich verbessert, erzielten sie doch wesentlich mehr Treffer aus der schnellen Mitte oder der zweiten und dritten Welle als in der Vorsaison. Weil der HCE zudem häufig lange im Positionsangriff bleibt, fordert der HSG-Coach von seinen Abwehrspielern vor allem Geduld bis zum letzten Pass.
Anpfiff am Donnerstagabend
Die Partie in der Buderus Arena beginnt am Donnerstag um 19 Uhr. Für die HSG Wetzlar ist es die nächste Gelegenheit, die Serie ohne Saisonsieg zu beenden und sich im Tabellenkeller etwas Luft zu verschaffen