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Vier Jahre Ukraine-Krieg: Mahnwachen in Hessen bleiben

Vier Jahre Ukraine-Krieg - Immer noch Mahnwachen in Hessen

Gebet für die Ukraine
© Andreas Arnold/dpa

Auch bei den Ukraine-Mahnwachen in Hessen gibt es Friedensgebete. (Archivbild)

Teils schon mehr als 200 Mal: Weiterhin erinnern Mahnwachen an Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Mit welcher Motivation? Am Dienstag jährt sich der russische Überfall bereits zum vierten Mal.

Obwohl Russlands Krieg gegen die Ukraine an diesem Dienstag (24.2.) bereits seit vier Jahren andauert, gibt es in Hessen weiterhin Mahnwachen dagegen. Mit Ansprachen, Friedensgebeten und mitunter auch Live-Musik auf öffentlichen Plätzen.

Achim Kreis, Mitinitiator einer solchen Kundgebung in Freigericht im Main-Kinzig-Kreis, sagt, diese finde "ununterbrochen jeden Dienstag" seit Russlands Überfall am 24. Februar 2022 statt, jeweils mit 20 bis 40 Teilnehmern. Am nächsten Dienstag, dem vierten Jahrestag, sei schon das 209. Treffen geplant. 

Rund 70 Teilnehmer bei Mahnwache in Erzhausen

In Erzhausen im Kreis Darmstadt-Dieburg gibt es laut Mitorganisator Markus Boulanger einmal jährlich eine Mahnwache mit rund 70 Teilnehmern - auch hier wieder jetzt am vierten Jahrestag am Dienstag. 

Anfangs jede Woche und seit etwa Ende 2022 meist zweiwöchentlich hat ein Friedensbündnis in Kassel nach eigenen Angaben eine solche Kundgebung mit organisiert, inzwischen mehr als 100 Mal, meist mit 10 bis 20 Teilnehmern.

Ukrainischer Chor singt in Eltville 

In Eltville im Rheingau war laut der Stadtverwaltung jetzt am Samstag (21.2.) die 60. Mahnwache "gegen den menschenverachtenden Krieg gegen das ukrainische Volk und die Ukraine" geplant - musikalisch begleitet von einem ukrainischen Chor aus dem rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach.

In Freigericht sagt Mitorganisator Achim Kreis: "Wir haben die Mahnwache bei Kriegsausbruch ins Leben gerufen, weil wir das Gefühl hatten, dass es ein Bedürfnis dafür gab." Nie hätte er sich damals vorgestellt, dass der nur zwei Flugstunden entfernte Krieg nun in sein fünftes Jahr gehe. Gelegentlich ertappe er sich bei dem Gedanken "Ach, jetzt schon wieder Mahnwache" - aber es sei wichtig, ständig daran zu erinnern, "wer der Aggressor in der Ukraine ist".

Ukraine-Krieg - Kramatorsk
© Tommaso Fumagalli/ZUMA Press Wire/dpa

Feuerwehrleute arbeiten kürzlich am Ort eines russischen Bombenangriffs auf ein Wohngebiet in Kramatorsk in der Region Donezk in der Ostukraine.

Kreis findet, "dass wir alle hier sehr glücklich sein dürfen über die Demokratie, die Meinungsfreiheit und den Wohlstand, in dem wir leben, und wir wollen einmal wöchentlich an die Menschen in der Ukraine denken, die unter diesem unmenschlichen Krieg leiden müssen oder sogar ihr Leben lassen". 

Auch die Erzhausener Mahnwache möchte laut Mitorganisator Boulanger daran erinnern, was am Tag des russischen Überfalls vor vier Jahren geschehen ist "und welches Leid dieser Krieg bis heute verursacht". Bilder und Videos der Zusammenkunft würden Freunden in Erzhausens ukrainischer Partnerstadt Iwanytschi geschickt - "als Zeichen der Verbundenheit, als Mutmacher". 

"Diplomatie statt Kriegshysterie"

In Kassel steht die regelmäßige Kundgebung dem Mitorganisator Ulrich Schmidt zufolge "bewusst auf keiner Seite einer kriegführenden Partei". Vielmehr setze sie sich "für alles ein, was der Beendigung von Kriegen dient, der Achtung des Völkerrechts statt des Rechts des Stärkeren und der Gewalt, einer Politik der Diplomatie statt der Kriegshysterie". 

Neben dem Protest gegen Russlands Krieg geht es bei den Mahnwachen oft auch um soziales Engagement. In Freigericht beispielsweise werden laut Achim Kreis regelmäßig Spenden gesammelt, "die wir teilweise direkt in Generatoren investieren". Schon rund zehn solcher Geräte seien in die Ukraine geschickt worden. In Erzhausen werden laut Markus Boulanger jährlich "etwa zwei große 40-Tonner-Hilfsgütertransporte in die Ukraine" organisiert.

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