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Zahl der Übergewichtigen in Hessen laut IKK stark gestiegen

Anstieg um über 12 Prozent - Immer mehr Übergewichtige in Hessen

Adipositas
© Jan Woitas/dpa

Jahr um Jahr steigt die Zahl an Übergewichtigen, sagt die Krankenkasse IKK Südwest. (Symbolbild)

Immer mehr Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland leiden nach Angaben der Krankenkasse IKK Südwest unter Übergewicht. Die Zahl die Diagnosen bei ihren Versicherten sei von 2019 bis 2024 um knapp elf Prozent auf rund 67.000 gestiegen, teilte die Krankenkasse in Saarbrücken mit. 

Am heutigen Mittwoch (4. März) ist Welt-Adipositas-Tag.

Anstieg in Hessen um 12 Prozent

In Hessen stieg die Zahl der diagnostizierten Fälle demnach um 12,1 Prozent. Im Saarland habe das Plus bei 17,3 Prozent und in Rheinland-Pfalz bei 7,9 Prozent gelegen. Die IKK Südwest zählt in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland insgesamt gut 600.000 Versicherte.

Vor allem Senioren betroffen

Besonders stark steigen laut IKK Südwest die Diagnosen bei älteren Menschen ab 65 Jahren. Über alle drei Länder lag der Zuwachs dort bei 39 Prozent. Auch die typischen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes treten bei Adipositas-Erkrankten aller Altersgruppen demnach häufiger auf.

Kassenchef Loth: "Wir müssen den Zucker in Lebensmitteln reduzieren"

"Die Jahr für Jahr steigende Zahl an Übergewichtigen gehört zu den größten Hypotheken in unserem Gesundheitssystem", sagte Kassenchef Jörg Loth. "Ohne die Einführung und Durchsetzung strenger Adipositasprävention, die das Ernährungsumfeld neu aufstellt und Anreize zur Zuckerreduktion liefert, wird die rasante Entwicklung dieser gefährlichen Erkrankung nicht aufzuhalten sein." Er sieht einen zentralen Hebel bei der Zusammensetzung der Lebensmittel. "Wir müssen den Zucker in Lebensmitteln reduzieren, damit weniger Menschen überhaupt erst in diese Risiko-Spirale geraten. Eine Herstellerabgabe wäre hierzu nur konsequent", sagte Loth.

Loth für Werbeverbot wie in Großbritannien

Es brauche eine Prävention, die früh greife. Sie müsse bereits verbindlich im schulischen Kontext verankert sein. Gleichzeitig seien klare Leitplanken bei der Vermarktung stark zuckerhaltiger Lebensmittel notwendig. Ein Werbeverbot, wie es Großbritannien bereits eingeführt hat, sieht Loth als konsequenten Schritt. Seit Anfang 2026 ist in Großbritannien die Werbung für stark fett-, salz- oder zuckerhaltige Lebensmittel im Tagesfernsehen sowie online verboten.

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