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Trump verschiebt Angriffe - Iran dementiert Gespräche

Krieg - Trump verschiebt Angriffe - Iran dementiert Gespräche

Trump
© Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat ein Ultimatum an den Iran verlängert.

Erst ein Ultimatum, nun die Kehrtwende: US-Präsident Trump stoppt Angriffspläne auf den Iran. Er begründet das mit guten Gesprächen mit dem Iran. Doch die Führung dort äußert sich ganz anders.

Wegen nach seinen Worten "produktiver Gespräche" mit dem Iran verschiebt US-Präsident Donald Trump mögliche Angriffe auf dortige Kraftwerke. Ursprünglich hatte er Teheran ein Ultimatum gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen. Stattdessen will er nun weitere fünf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten. 

Iran dementiert Gespräche

Er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er sprach von "detaillierten und konstruktiven Gesprächen" mit der Islamischen Republik, die in dieser Woche fortgesetzt werden sollen. Die Aussetzung der Angriffe stehe unter dem Vorbehalt des Erfolgs weiterer Treffen und Verhandlungen. Die USA und Israel hatten den Krieg gegen den Iran vor drei Wochen begonnen. 

Der Iran dementierte jedoch Verhandlungen zwischen Teheran und Washington. Es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht über Vermittler, hieß es in Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die Irans mächtigen Revolutionswächtern nahestehen. 

Trump hatte 48-Stunden-Frist gesetzt

Die Agentur Fars zitierte eine anonyme Quelle im iranischen Machtapparat, wonach Trump zurückgerudert sei, nachdem er gehört habe, dass alle Kraftwerke in Westasien Ziele iranischer Angriffe sein würden. Tasnim schrieb, Trump habe sich "vom Druck der Finanzmärkte" überzeugen lassen. Der Iran werde seine Verteidigung fortsetzen.

In der Nacht zum Sonntag (MEZ) hatte Trump mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, "beginnend mit dem größten!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Aufatmen an den Märkten

Anleger reagierten erleichtert auf die Verlängerung des US-Ultimatums. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte eine Kehrtwende hin und sprang daraufhin nach einem Minus am Vormittag deutlich nach oben. Gegen Mittag lag er mit 2,64 Prozent im Plus bei 22.972 Punkten.

Ähnlich sah es beim MDax der mittelgroßen Unternehmen aus, der zuletzt ebenfalls um 2,64 Prozent auf 28.531 zulegte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich ähnlich deutlich. Auch an den zuvor schwach erwarteten US-Börsen zeichnen sich nun Gewinne ab.

Der Ölpreis sank klar: Der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der für Europa maßgeblichen Nordsee-Sorte Brent sackte deutlich ab auf zuletzt rund 103 US-Dollar.

Iran wollte zurückschlagen

Der Iran hatte seinerseits am Sonntag mit der vollständigen Schließung der Meerenge gedroht, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen sollten. Die Straße von Hormus werde erst dann wieder geöffnet, wenn die bereits jetzt zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib mit. 

Davor hatte Teheran schon damit gedroht, Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in den mit den USA verbündeten Golfstaaten ins Visier zu nehmen. Angesichts des Wassermangels in der Region gehören Entsalzungsanlagen dort zur kritischen Infrastruktur.

Iran kündigte "neue Überraschungen an"

Die Führung betonte auch, man habe im Krieg mit Israel und den USA noch nicht alle seine militärischen Kapazitäten ausgeschöpft. "Der Feind soll wissen, dass neue Überraschungen auf dem Weg sind", sagte Abdullah Hadschi-Sadeghi, ein religiöser Vertreter der mächtigen Revolutionsgarden. 

Die Islamische Republik werde sich niemals ergeben, zitierte ihn die mit den Revolutionswächtern verbundene Nachrichtenagentur Tasnim. "Wir sind in einer Schule erzogen worden, die Kapitulation als Erniedrigung betrachtet", sagte Hadschi-Sadeghi.

Weitere Angriffe

Sowohl im Iran als auch in Israel kam es derweil zu weiteren Angriffen. Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wurde eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet. Zuvor hatte das israelische Militär auf der Plattform Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkündet. 

Wenige Stunden später informierte Israels Armee über eine neue Raketensalve, die aus dem Iran auf Israel abgefeuert worden sei. Die Luftabwehrsysteme seien bereitgemacht worden, um die Geschosse abzufangen, hieß es auf Telegram. Anwohner wurden aufgerufen, sich in Schutzräume zu begeben.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon beanspruchte innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Angriffe auf Israel für sich. Hisbollah-Kämpfer hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit.

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