Keine neuen Hoffnungen - Der Wal rührt sich nicht vom Fleck
Keine Neuigkeiten im Wal-Drama an der Ostseeküste: Der in der Bucht vor Wismar liegende Buckelwal hat sich seit den Morgenstunden kaum bewegt und er reagiert auch weniger.
Als das Experten-Team mit der Wasserschutzpolizei am Morgen mit einem Schlauchboot in die Nähe des Tieres gefahren war, hatte der 12 bis 15 Meter lange Wal nicht stark reagiert. "Wir haben auch versucht, ihn durch Lärm zu animieren.
Dazu haben wir mit dem Paddel aufs Wasser geschlagen, um zu gucken, ob er sich bewegt und dadurch zeigt "Oh, das stört mich!". Da kam aber auch keine Reaktion zurück und das zeigt auch noch, dass das Tier weiterhin geschwächt ist.", sagt Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von der Organisation Greenpeace.
Wal atmet noch regelmäßig
Der Wal liegt seit Sonntag unverändert in der Bucht und wird täglich von vielen Schaulustigen beobachtet. Möwen setzen sich hin und wieder auf seinen Körper und picken von seinem Rücken. "Er atmet weiterhin. Er liegt im Wasser, das jetzt etwas niedriger ist, dadurch, dass der Wasserstand etwas gesunken ist", so Saalmann. Sie und andere Helfer erwarten hoffnungsvoll den nächsten Anstieg des Wassers, damit sich der Wal lösen kann.
Gesundheitszustand des Wals ist ungewiss
Es sei aber auch nach einer Befreiung aus eigener Kraft nicht klar, ob der Wal dann überhaupt den Weg zurück in die Nordsee finden würde. Dazu sagte Saalmann im ZDF-Morgenmagazin "Moma": "Wir wissen nicht genau, was für Krankheiten er eventuell hat."
Das Team werde den Wal weiterhin unterstützen , je nach Lage entweder durch in Ruhe lassen oder durch Animation zum Freischwimmen.
Mittlerweile wird der Wal durchgängig beobachtet, auch nachts. Dafür sorgt ein extra organsiertes Schichtensystem, so ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.
Drama geht weiter
Seit Anfang März war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.
Am vergangenen Montagmorgen war der Meeressäuger dann auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete, und in der Nacht zu Freitag befreite sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne. Am Samstag war der Wal dann allerdings wieder gestrandet, diesmal in der Wismarbucht.
Seitdem hält das Drama um den Buckelwal an. In der Nacht zu Sonntag konnte sich das Tier bei steigendem Wasserstand zwar zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später tauchte er erneut auf - ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Dort liegt er seitdem.