Tarif-Auftakt im Einzelhandel Hessen: Das wird gefordert
Tarif-Auftakt im Hessen-Handel - 250 Euro mehr? Arbeitgeber lehnen ab
In Hessen beginnen am Montag (27.4.) die Tarifverhandlungen für den Einzelhandel. Rund 240.000 Beschäftigte warten gespannt auf ihre neuen Gehälter.
Die Verhandlungen finden in Raunheim (Kreis Groß-Gerau) statt.
Pro: gestiegene Lebenshaltungskosten und Benzinpreise
Die Gewerkschaft ver.di fordert eine Gehaltserhöhung von 250 Euro pro Monat für alle Entgeltgruppen, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Besonders die gestiegenen Lebenshaltungskosten und Benzinpreise seien ein Grund für den höheren Lohn, so ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble. Auch die Ausbildungsvergütung soll um 150 Euro pro Lehrjahr steigen.
Contra: wirtschaftliche Situation angespannt
Der Handelsverband Hessen zeigt sich wenig begeistert. Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen sei angespannt und die Forderungen realitätsfremd, sagt Nico Lehm, Vorsitzender der Tarifkommission. Die Erhöhung könnte viele Händler in Schwierigkeiten bringen, da die Umsätze nicht im selben Maße wachsen wie die Kosten.
Handel hauptsächlich mittelständisch und inhabergeführt
Lehm betont, dass die hessischen Forderungen zu den höchsten im Bundesländer-Vergleich zählten. Der hessische Handel sei hauptsächlich mittelständisch und inhabergeführt. Die Unternehmen würden von steigenden Personalkosten und geringem Konsum betroffen. Eine Lohnerhöhung in der geforderten Höhe könnte daher den Handel erheblich belasten.