Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung bei Unglück in Runkel
Nach Unglück in Runkel - Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
Der tödliche Unfall in einer Lederfabrik zieht Ermittlungen wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt nach sich. Noch sind viele Fragen zum Ablauf des Unglücks offen.
Nach dem tödlichen Arbeitsunfall in einer Lederfabrik in Runkel steht der Vorwurf der fahrlässigen Tötung im Raum. Es würden entsprechende Ermittlungen gegen Unbekannt geführt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Limburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Hätten Arbeiter Masken und Schutzkleidung tragen müssen oder nicht?
Fragen wie die, ob die betroffenen Arbeiter beim Einstieg in die Grube Atemschutz und Schutzkleidung hätten tragen müssen oder nicht und ob und in welcher Form zu diesem Zeitpunkt Gasmessungen in der Grube durchgeführt worden seien, seien Gegenstand der Ermittlungen.
Gesundheitszustand des einzigen Überlebenden weiter kritisch
Bereits am Vortag hatte der Sprecher erklärt, dass mit kurzfristigen Ergebnissen bei den im Zusammenhang mit dem Unglück beauftragten Gutachten nicht zu rechnen sei. Auch der Gesundheitszustand des einzigen Überlebenden des Unglücks sei unverändert, hieß es.
Drei Männer vor Ort gestorben, einer später im Krankenhaus
Rettungskräfte hatten am 16. April fünf Männer aus der Grube auf dem Gelände des Betriebs geholt. Drei von ihnen im Alter von 38, 58 und 59 Jahren starben noch vor Ort, die beiden anderen waren mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Einer von ihnen, ein 35 Jahre alter weiterer Mitarbeiter des Betriebs, war vor gut einer Woche im Krankenhaus an den Folgen des Unglücks gestorben. Der fünfte Mann ist ein Mitarbeiter einer Rohrreinigungsfirma aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur. Der folgenschwere Arbeitsunfall hatte in der 9.500-Einwohner-Stadt große Bestürzung und Anteilnahme ausgelöst.