Scheinfirmen in Hessen: Polizei hat Drogenring zerschlagen
Tonnenweise Kokain geschmuggelt - Hier war der Drogenring in Hessen aktiv
Die Polizei hat einen internationalen Drogenring zerschlagen, der tonnenweise Kokain geschmuggelt haben soll. Ermittler nahmen bei großangelegten Razzien in Hessen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden drei Tatverdächtige fest.
Insgesamt durchsuchten mehr als 120 Einsatzkräfte 27 Wohn- und Geschäftsräume, wie die Generalstaatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Frankfurt mitteilen. In Herborn sowie in zwei niederländischen Städten klickten bei drei Männern die Handschellen. Gegen zwei weitere Verdächtige, die bereits im Rahmen desselben Falls in Darmstadt in Untersuchungshaft sitzen, wurden demnach weitere Haftbefehle erlassen.
Tonnenweise Kokain aus Südamerika
Die insgesamt 20 Beschuldigte zählende Bande soll für den Schmuggel von Kokain im ganz großen Stil verantwortlich sein. Die Drogen kamen den Angaben zufolge per Luftfracht oder Containerschiff aus Ländern wie Brasilien und Kolumbien nach Deutschland.
Firmen aus Hessen dienten als Tarnung
Um die illegalen Lieferungen zu tarnen, sollen die Beschuldigten bestehende Firmen übernommen haben – unter anderem in Karben und Dreieich. Diese wurden laut den Ermittlern als Scheinfirmen genutzt, in denen Strohmänner als Geschäftsführer eingesetzt waren. Legal importierte Waren sollten den Drogenschmuggel verdecken.
Drogen im Wert von 180 Millionen Euro
Diese Taktik flog offenbar auf. Allein bei vier mutmaßlich von der Bande organisierten Importen in Luxemburg, Kolumbien und Hamburg stellten Polizei und Zoll rund 2,5 Tonnen Kokain sicher. Laut den Behörden hat das Rauschgift einen Straßenverkaufswert von etwa 180 Millionen Euro.
Führende Köpfe jetzt in Haft
Die nun inhaftierten Männer im Alter zwischen 26 und 59 Jahren gelten unter anderem als führende Köpfe, Logistiker oder Koordinatoren der Lieferungen. Zwei von ihnen sollen den Handel direkt organisiert haben, während die anderen Beihilfe leisteten.
Auslieferung nach Deutschland
Für die beiden in den Niederlanden festgenommenen Verdächtigen haben die deutschen Behörden bereits die Auslieferung beantragt. Der in Herborn festgenommene Mann sowie die beiden Männer in Darmstadt werden nun den zuständigen Haftrichtern vorgeführt. Im Zuge der Durchsuchungen stellten die Beamten laut Polizei außerdem zahlreiche Beweismittel sicher.