Protestaktion in Mainz - Aktivisten färben Brunnenwasser grün
Zwei Brunnen in der Mainzer Innenstadt waren am Freitagmorgen plötzlich grün - Aktivisten der Gruppe “Widerstandskollektiv Mainz” haben sie über Nacht verfärbt, wie sie selbst mitgeteilt haben. Sie protestieren gegen den Bau eines neuen Gaskraftwerks auf der Ingelheimer Aue.
Für die Färbung des Fastnachtsbrunnens am Schillerplatz und des Höfchenbrunnens hat das Kollektiv laut eigener Pressemitteilung Uranin verwendet, einen ungiftigen Farbstoff. Laut der Gruppe zersetzt sich dieser innerhalb weniger Stunden im Sonnenlicht. Der Farbstoff werde auch von Forschern zur Wasserlaufverfolgung genutzt.
Kritik wegen Klimaschutz
Zusätzlich haben die Aktivisten Sprüche wie „Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge“ mit Sprühkreide auf die Straße geschrieben. Sie fordern den Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase dazu auf, den Bau des Gaskraftwerks zu stoppen. Die Gruppe kritisiert, dass das neue Gaskraftwerk die Klimaziele der Stadt gefährdet.
Kraftwerk 2027 geplant
Das Unternehmen Kraftwerke Mainz und Wiesbaden (KMW) erhielt die Baugenehmigung für das Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue am Montag. Es soll bis 2027 entstehen und unter anderem ein Rechenzentrum mit Notstrom versorgen. Zudem sollen etwa 2.000 Stunden im Jahr Strom ins Netz eingespeist werden.
Polizei prüft Ermittlungen
Ob gegen das Kollektiv ermittelt wird, ist noch offen, sagte uns die Polizei. Sollte der Farbstoff das Wasser ungiftig sein und das Wasser der Brunnen nicht nachhaltig verschmutzt haben, liege keine Sachbeschädigung vor.