Live-Bilder noch vor Eintreffen - Drohnen der Feuerwehr Wiesbaden getestet
Feuerwehrleute in Wiesbaden können bei einem Test Live-Bilder von Bränden noch vor Eintreffen am Unglücksort erhalten.
Hessens Innenminister wertet einen neuen Test mit einer bei Feuerwehralarm sogleich aufsteigenden Aufklärungsdrohne positiv. Roman Poseck (CDU) teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: "Ich begrüße das Drohnenprojekt der Feuerwehr Wiesbaden. Vorauserkundungsdrohnen leisten einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung und Leistungsfähigkeit der Gefahrenabwehr."
Kameras und Sensoren in der Luft
Diese kleinen Fluggeräte mit Kameras und Sensoren verbessern laut dem Innenminister "die Lageerkundung, erhöhen die Eigensicherung der Einsatzkräfte und unterstützen schnelle, fundierte Führungsentscheidungen". Derartige kommunale Pilotvorhaben lieferten dem Land "wertvolle Erfahrungswerte für die Weiterentwicklung von Standards und Rahmenbedingungen", ergänzte Poseck.
Bisheriger Einsatz von Drohnen
Weitere Pilotprojekte wie der neue Test in Wiesbaden seien dem Innenministerium in Hessen vorerst nicht bekannt. Generell verwenden Feuerwehren im Land aber schon länger Drohnen mit Kameras, die erst im Laufe von Einsätzen aufsteigen.
Trifft noch vor der Feuerwehr ein
„Wenn man gute Entscheidungen treffen will, braucht man gute Informationen“, begründet Jörg Heck, Pressesprecher der Feuerwehr Wiesbaden, den Ansatz. In Wiesbaden fliegt das Fluggerät sofort nach einem Alarm zum Einsatzort, gesteuert von einem Drohnenpiloten. Somit kann das rot-gelbe Flugobjekt dort früher als die Feuerwehrleute eintreffen. Das ermöglicht den Einsatzkräften einen rascheren strategischen Überblick etwa über Brände und Verkehrsunfälle.
Steuerung aus der Ferne
Die Drohnenpiloten sind nicht selbst am Einsatzort, sondern arbeiten von der Einsatzzentrale in Bensheim aus. Von dort koordinieren sie live die Einsätze. Per Telefon können die Einsatzkräfte direkt weitergeben, welche Perspektiven benötigt werden, um die Lage besser einschätzen zu können.
Erleichterte Lokalisierung von Einsatzorten
Gerade weil Anrufer oft aufgeregt seien und deshalb ungenaue Angaben machten, sei die Ortung von Einsatzstellen häufig schwierig, sagt Pressesprecher Heck. Vor allem auf Bundesstraßen koste es dadurch wertvolle Zeit, etwa bei der Suche nach Unfallorten. Der Einsatz der Drohne erleichtere das nun deutlich.
Nicht rund um die Uhr unterwegs
Das Pilotprojekt ist zunächst auf ein Jahr angesetzt. In diesem Zeitraum wird die Drohne zwischen 8 und 17 Uhr für Einsätze in einem Umkreis von 15 km abheben. Genutzt wird sie allerdings nur für Einsätze, bei denen Informationen aus der Luft sinnvoll sind. Die Flughöhe unterscheidet sich dabei je nach Route.