Nachfrage nach Ferienhäusern im Inland steigt stark
Buchungszahlen steigen - Ferienhäuser wegen Krisen immer beliebter
Iran-Krieg, Hitzewellen und Waldbrände: Die unsichere Lage wirkt für Vermieter von Ferienunterkünften im Inland derzeit wie ein Sonder-Konjunkturprogramm. Gestützt auf Umfragen und Studien berichten Verbände von einer stark steigenden Nachfrage und werden dabei von den Statistikbehörden gestützt.
Gefragt sind klassische Feriengebiete am Meer und in den Bergen, wobei die Ansprüche der Kunden steigen.
13 Prozent mehr Buchungen als im Vorjahr
Auf der Grundlage europäischer Buchungszahlen berichtet das Statistische Bundesamt von 68,3 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr allein über die Online-Plattformen AirBnB, Booking und Expedia. Das waren 13,0 Prozent mehr als im Jahr zuvor und sogar 83,4 Prozent mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Die beobachteten Buchungen haben sich seitdem also nahezu verdoppelt.
Flucht vor Hitzeinseln
“Nach einer gewissen Zurückhaltung zu Jahresbeginn buchen die Menschen jetzt sehr kurzfristig in Deutschland”, sagt die Geschäftsführerin des Deutschen Ferienhausverbandes, Michelle Schwefel. Ein zunehmend wichtiger Faktor seien die Hitzewellen, denen gerade Städter in naturnahe Unterkünfte entfliehen wollten. Auch eine stabile Hochdruck-Wetterlage führe schnell zu zusätzlichen Kurzfrist-Buchungen, wie Fremdenverkehrsbüros an der Nordsee berichten.
Mittlerer Tagespreis bei 160 Euro
So richtig billig ist aber auch Ferienhausurlaub nicht: Für die Sommermonate Juni bis August hat HomeToGo einen mittleren Tagespreis von 160 Euro pro Unterkunft an der Ostsee und im Allgäu. Etwas günstiger ist es an Inlandszielen wie Harz, Eifel oder Mosel.
Urlaub in Deutschland
Der Suchanteil für deutsche Reiseziele ist auf der Plattform im laufenden Jahr um 5,4 Punkte auf 32,5 Prozent aller Suchanfragen gestiegen, berichtet HomeToGo-Sprecher Jonas Upmann. Es folgen mit deutlichem Abstand die Klassiker Italien (16 Prozent) und Kroatien (12 Prozent).
Hunde häufig erlaubt
Für den Urlaub im Ferienhaus sprächen verschiedene Faktoren, sagt Verbandsfrau Schwefel. Gerade kleinere Kinder fänden mehr Freiraum, Tiere seien häufig erlaubt, und Familien könnten sich einfacher selbst versorgen. Weil eine Ausstattung mit WLAN längst zum Standard geworden ist, könne auch das Homeoffice an den Ferienort verlegt werden.