Wetter drückt Rauch bis zu uns - Notrufe in Hessen wegen Brand in Belgien
Es riecht eindeutig nach Feuer, obwohl der Brand weit über 100 Kilometer von uns entfernt ist. Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze ist noch nicht unter Kontrolle - und der Brandgeruch sorgt in Hessen für zahlreiche Notrufe.
So meldete alleine der Rheingau-Taunus-Kreis mehr als 50 Notrufe innerhalb einer Stunde. Dort mussten die Kapazitäten der Leitstelle kurzfristig erhöht werden. Über Warn-Apps und die Social-Media-Kanäle wurde die Bevölkerung erneut auf die Situation hingewiesen.
Nur bei Geruch bitte nicht den Notruf wählen
Der Rheingau-Taunus-Kreis bittet darum, die veröffentlichten Warnmeldungen und Informationen zu beachten. Nur Brandgeruch allein sei kein Grund für einen Notruf. Wer hingegen eine konkrete Rauchentwicklung, Flammen oder andere eindeutige Anzeichen eines Brandes feststellt, solle selbstverständlich weiterhin unverzüglich den Notruf 112 wählen.
Rund 250 Notrufe in Südhessen
Schon am Sonntag hatte der Brandgeruch aus dem deutsch-belgischen Grenzgebiet für viele Notrufe gesorgt. Alleine beim Polizeipräsidium Südhessen seien am Nachmittag rund 250 Notrufe eingegangen. Es habe zwar zu diesem Zeitpunkt zwei kleinere Brände bei Messel und Dieburg gegeben - sie seien dafür aber nicht verantwortlich gewesen, sagt uns die Feuerwehr auf FFH-Nachfrage.
Brandgeruch sogar im östlichem Main-Kinzig-Kreis wahrnehmbar
Auch die Polizei Südosthessen bestätigt Hit Radio FFH uns auf Nachfrage Notrufe - teilweise sogar aus dem östlichen Main-Kinzig-Kreis - ohne dass es dort Brände gab. Gleiches bestätigt uns die Polizei in Wiesbaden.
Notfall-Apps ausgelöst
"Ursache sind nach aktuellem Stand Rauchfahnen großer Vegetationsbrände in Belgien, NRW und Rheinland-Pfalz. Der Rauch wird über weite Strecken transportiert", hieß es etwa in einer Warnmeldung in der Warn-App NINA. Nach aktuellem Kenntnisstand bestehe aber keine Gefahr für die Bevölkerung.
Fläche so groß wie knapp 4.000 Fußballfelder in Flammen
Die Brandlage im Hohen Venn in Belgien an der Grenze zu Deutschland ist nach Einschätzung der Monschauer Bürgermeisterin Carmen Krämer (parteilos) unverändert. Deshalb könnten die etwa 30 evakuierten Einwohner derzeit auch noch nicht in ihre Häuser zurückkehren, sagte Krämer am Montag bei einer Pressekonferenz. "Aktuell hat sich an der Lage, die wir seit gestern Abend haben, nichts geändert", sagte sie. "Der Regen hat zwar ein bisschen gutgetan, aber der hat natürlich nicht das Feuer gelöscht, dazu war's dann doch heute Morgen zu wenig." Man tue alles dafür, dass niemand in Gefahr gerate.
Der Waldbrand im Hohen Venn ist einer der größten in der belgischen Geschichte. Am Sonntagabend hatte er sich der deutschen Grenze so weit genähert, dass in Monschau-Kalterherberg etwa 30 Einwohner ihre Häuser verlassen mussten.