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Großbrände: Hürtgenwald unter Kontrolle, Monschau entspannt

Waldbrand Hohes Venn in Belgien - Evakuierung in Monschau in der Eifel

Feuerschein am Horizont, Wiesen werden mit Wasser getränkt – Monschau kämpft gegen das nahende Inferno. Was die Einsatzkräfte jetzt unternehmen, um die Häuser zu schützen.

Wieder müssen Menschen in der Eifel in Nordrhein-Westfalen wegen eines großen Waldbrandes ihre Häuser verlassen. Das mächtige Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt aus Belgien kommend auf die erste Wohnbebauung auf deutschem Gebiet vor. Die Flammen stünden etwa 300 Meter vor den Gebäuden, die am späten Sonntagabend evakuiert worden sind, sagte Monschaus Feuerwehrsprecher Tobias Schell in der Nacht. Die 17 Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren gegen 22.00 Uhr evakuiert worden.

Wiesen zwischen Feuer und Häusern komplett getränkt

Die Brandbekämpfer hoffen, die Häuser retten zu können: „Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben." Gegen 16.00 Uhr sei am Sonntag die Anforderung aus Belgien gekommen, bei der Brandbekämpfung zu helfen.

Applaus für Einsatzkräfte

Im Minutentakt rauschen in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg, das zu Monschau gehört, ins Einsatzgebiet. Auf der nächsten Anhöhe war Feuerschein zu sehen. Nicht nur die Wiesen würden gewässert, sondern auch große Wassertanks ständig aufgefüllt für die Löschfahrzeuge. Einige Menschen applaudierten jedem vorbeifahrenden Einsatzfahrzeug.

Notunterkunft in Schule eingerichtet

Die allermeisten Bewohner der evakuierten Straßenzüge in Monschau seien bei Verwandten oder Freunden untergekommen, sagte der Stellvertreter der Bürgermeisterin, Franz-Karl Boden. Die eingerichtete Notunterkunft in einer Schule werde zumindest von ein paar Betroffenen genutzt, hieß es weiter.

Zunächst war die Evakuierung von zwei Ortsteilen in Monschau mit rund 5.000 Einwohnern erwogen worden. In der Nacht zu Sonntag waren die Bewohner der Ortsteile aufgerufen worden, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

Waldbrand in Belgien
© Max Lametz/dpa

Der Brandgeruch kann gesundheitliche Risiken bedeuten.

Ständig drehender Wind erschwert Löscharbeiten

Der Kampf gegen die Flammenfront im Hohen Venn, der im Osten Belgiens liegt, bereitet den Einsatzkräften weiter große Mühe. Besonders zu schaffen mache ihnen der vergleichsweise starke und ständig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL am Sonntagabend.

3.000 Hektar: Größter Waldbrand in Belgiens Geschichte

Auf rund 3.000 Hektar Fläche lodert jenseits der Grenze der größte Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Am Sonntag kamen auch deutsche Einsatzkräfte aus der Region Aachen zu Hilfe, die ins belgische Küchelscheid ausrückten, einem Nachbarort von Monschau. Auch andere europäische Länder helfen.

Die zerklüftete Landschaft des Hohen Venn erschwert die Löscharbeiten, da es nur wenige Zufahrten gibt und ausgedehnte Torfmoore die Brandbekämpfung erschweren. Das Hochmoor gilt als ökologisch besonders wertvoll.

Waldbrand im Hürtgenwald
© Thomas Banneyer/dpa

Der Ortsteil Hürtgenwald-Gey ist verschont geblieben.

Großbrand im Hürtgenwald unter Kontrolle

Erst am Freitag mussten wegen des größten Waldbrandes der NRW-Geschichte im Hürtgenwald etwa 2.000 Menschen ihre Häuser oder Wohnungen verlassen. Der von Flammen bedrohte Ortsteil Gey der Gemeinde Hürtgenwald wurde gegen 4 Uhr evakuiert. Tagelang kämpfte ein Großaufgebot unterstützt von Löschhubschraubern und Bergepanzern gegen den Waldbrand, der inzwischen unter Kontrolle ist. Seit Samstagabend können Bewohner nach Gey zurück.

Löscharbeiten in Hürtgenwald dauern an

Im Hürtgenwald dauern die Löscharbeiten weiter an. Bis alles endgültig gelöscht sei, werde noch einige Zeit vergehen, teilte Dürens Landrat Ralf Nolten (CDU) mit. Die Zahl der Einsatzkräfte sei deutlich reduziert worden. Ein Aufklärungshubschrauber mit Wärmebildkamera beobachte aber nach wie vor, ob sich die vereinzelten Glutnester auf dem 300 Hektar großen Areal wieder entzünden. Zwei Löschhubschrauber blieben ebenfalls vor Ort.

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