Rekord-Hitze in Hessen - Sommer 2026 war der heißeste aller Zeiten
Hessen hat den heißesten und trockensten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Extreme Temperaturen und fehlender Regen belasten Gewässer, Böden und das Grundwasser im Bundesland weiterhin massiv. Erst ein nasser Winter könnte die historische Dürre des Jahres 2026 nachhaltig beenden.
Im Juni und während des gesamten meteorologischen Sommers stiegen die Temperaturen auf bisher unerreichte Höchstwerte seit Messbeginn im Jahr 1881. Zwar brachten Regenfälle ab Mitte August eine leichte Besserung, doch von einer nachhaltigen Erholung könne noch nicht gesprochen werden, erklärte Dr. Theresa Frommen vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG).
Neuer Temperaturrekord in Bad Nauheim
Eine stabile Hochdrucklage sorgte ab Mitte Juni für eine extreme Hitzewelle. In Bad Nauheim zeigte das Thermometer am 27. Juni 41,3 Grad Celsius an – ein neuer Temperaturrekord für Hessen. Am Frankfurter Flughafen wurden im Sommer insgesamt 18 Tage mit Höchsttemperaturen über 35 Grad registriert.
Trockenster Juli aller Zeiten
Auch nachts brachte der Sommer kaum Abkühlung. Am Frankfurter Flughafen wurden 17 sogenannte Tropennächte gezählt, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fiel, in Geisenheim und Bad Nauheim waren es jeweils zwölf. Gleichzeitig fehlte der Regen: Mit nur 14 Litern pro Quadratmeter im Flächenmittel war der Juli so trocken wie nie zuvor.
Pegel sinken dramatisch
Die Kombination aus Hitze und ausbleibendem Niederschlag wirkte sich gravierend auf die hessischen Gewässer aus. Ende Juni und Anfang Juli fielen den Angaben zufolge landesweit vorübergehend fünf Pegel komplett trocken.Bis Anfang September lagen rund 76 Prozent der hessischen Pegel unterhalb des mittleren Niedrigwasserabflusses. Bleibt es im Herbst trocken, ist mit weiter sinkenden Wasserständen in den Flüssen und Bächen zu rechnen.
Fischsterben durch Sauerstoffmangel
Die extremen Bedingungen setzten der Natur stark zu. Wasserpflanzen bildeten sich ab August spürbar zurück, während sich flache Teiche, Seen und Altrheinarme stark aufheizten. Der Hitzestress führte in Verbindung mit Sauerstoffmangel zu mehreren Fischsterben, unter anderem am Lampertheimer Altrhein, am Beuerbacher See und an Gewässern bei Büttelborn im Kreis Groß-Gerau.
Böden und Grundwasser leiden
Auch in der Tiefe ist die Dürre deutlich messbar. Die Böden trockneten laut den Daten fast überall bis in eine Tiefe von mindestens einem Meter aus. Besonders leichte Sandböden, wie sie in der Mainebene und im hessischen Ried vorkommen, litten unter der massiven Trockenheit. Zudem wiesen Ende August 64 Prozent der Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Stände auf. Eine flächendeckende Erholung des Grundwassers erwarten die Fachleute erst im kommenden Winterhalbjahr. Ein feuchter Winter sei dafür deutlich entscheidender als ein nasser Sommer.