Ärger in Darmstadt: Neubau der Rheinstraßenbrücke verschoben
Stadt Darmstadt stinksauer - Darum wird Brücken-Neubau zur Hängepartie
Seit 2023 kurven Autofahrerinnen und Autofahrer in Darmstadt über Umleitungen, weil die marode Rheinstraßenbrücke gesperrt ist. Jetzt wird die Hängepartie noch länger: Der Neubau verschiebt sich auf unbestimmte Zeit - wegen neuen Plänen bei der Bahn.
Der Grund: Die Brücke führt über die Main-Neckar-Bahn, die für Abriss und Neubau zeitweise gesperrt werden müsste. Genau diese "Sperrpausen" hat die Bahn jetzt aber verschoben. Mindestens fünf Jahre müssen kann damit keine neue Brücke gebaut werden.
Bahn verschiebt Generalsanierungen - auch rund um Darmstadt
„Mit dieser Verschiebung fehlt unserem Projekt die tragende Grundlage“, sagt Mobilitätsdezernent Paul Georg Wandrey in einer Mitteilung der Stadt. Die Sanierung der Brücke hatte die Stadt extra an die geplante Generalsanierung der Bahnstrecke Frankfurt-Heidelberg gekoppelt, die ursprünglich für 2030 geplant war. Doch nun haben Bund und Bahn die Pläne für diese Großbaustellen überarbeitet. Statt wie geplant 21 sollen bis 2031 nur noch 13 drankommen.
Kein Termin für Neubau in Sicht
Zu verschobenen Projekten gehört auch die Main-Neckar-Bahn. “Irgendwann nach 2031" könne man diese erst angehen, heißt es von der Bahn. Bei der Stadt Darmstadt sorgt das für Riesen-Frust. Eiegntlich wollte die alte Rheinstraßenbrücke im kommenden jahr abgerissen werden. Jetzt steht dieser Termin auf der Kippe, weil ein Neubau-Termin nicht in Sicht ist. „Wir planen weiter, aber wir können nicht bauen, wenn niemand weiß, wann“, bringt es Wandrey auf den Punkt.
Stadt ist sauer auf die Bahn
Die Stadt wirft der Bahn vor, schon mehrfach zugesagte Termine gerissen zu haben: Auch nötige Arbeiten an den Oberleitungen, die eigentlich Ende 2027 fertig sein sollten, verschiebt die Bahn - angeblich, weil den beauftragten Firmen die Kapazitäten fehlen. Eine weitere Sperrpause für 2029 hat die Bahn ebenfalls gecancelt. „Wer heute eine Brücke abreißen will, muss wissen, wann die Gleise darunter stillstehen“, kritisiert Wandrey. Die Stadt fürchtet zudem steigende Kosten durch höhere Baupreise und einen längeren Ersatzverkehr.
Seit drei Jahren dürfen nur noch Trams drüber
Die Rheinstraßenbrücke ist über 110 Jahre alt und stark marode. Damit sie wenigstens noch von der Straßenbahn genutzt werden kann, ist sie seit 2023 für Autos komplett gesperrt. Die über 50.000 Fahrzeuge, die vorher täglich über die Brücke fuhren, werden seitdem über Umleitungen im Einbahnstraßen-System von der Autobahn in die Innenstadt und umgekehrt geleitet. Das sorgt immer wieder für Staus und Frust bei Pendlern.
Frühere Sperrung mit der Bahn verhandeln
Wegen der immensen Bedeutung der Brücke drängt Darmstadt auf einen schnelle Lösung für den Neubau. Man sei bereits in Kontakt mit Bund und Bahn, um eigene, unabhängige Sperrpausen zu bekommen. Feste Zusagen gibt es dafür aber noch nicht. Die Stadt hofft nun darauf, dass die Rheinstraßenbrücke zumindest bei der nächsten Zeitplanung ab 2032 berücksichtigt wird.