Nachrichten > Wirtschaft aktuell >

Aufstieg: Warum Hochtief jetzt in den Dax kommt

Elbphilharmonie und mehr gebaut - Warum Baufirma Hochtief jetzt im Dax ist

Baukonzern Hochtief
© Fabian Strauch/dpa

Ab Montag ist der Essener Baukonzern Hochtief im Aktien-Leitindex Dax, in dem die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands vertreten sind.

Ob Bau der Elbphilharmonie oder Milliardenaufträge für Rechenzentren: Wie der Baukonzern Hochtief bis in den Dax aufstieg und vom KI-Boom profitiert.

Der Baukonzern Hochtief hat in den über 150 Jahren seiner Geschichte schon viel errichtet: Die erste Bosporusbrücke in Istanbul etwa oder die Elbphilharmonie in Hamburg. Zuletzt machte er durch milliardenschwere Großaufträge für den Bau von Rechenzentren von sich reden - der Kurs geht seit Monaten steil nach oben. So steil, dass Hochtief am Montag in den Aktienindex Dax aufgenommen wird, den Leitindex für den deutschen Aktienmarkt. Ein Überblick.

Was passiert am Montag an der Frankfurter Börse?

Hochtief steigt heute in den Aktienindex Dax auf. Der Index wird aus den Kursen der 40 führenden börsennotierten Unternehmen in Deutschland errechnet. Die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx überprüft die Indizes der Dax-Familie vierteljährlich. Anfang Juni stellte sie fest: Hochtief gehört in den Dax. Das Unternehmen verdrängt dort den Volkswagen-Großaktionär Porsche SE, der in den Index für mittelschwere Werte MDax absteigt und quasi mit Hochtief die Plätze tauscht.

Warum wird Hochtief in den Dax aufgenommen?

Der Aufstieg von Hochtief in den Dax kommt nach einem starken Lauf der Aktien in den vergangenen Monaten nicht überraschend. Das Essener Unternehmen profitiert massiv vom Bau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) - vor allem in den USA - aber auch von milliardenschweren Infrastrukturprogrammen sowie steigenden Verteidigungsausgaben in vielen Ländern. Der Aktienkurs hat sich binnen eines Jahres mehr als verdreifacht.

Baukonzern Hochtief
© Fabian Strauch/dpa

Hochtief gehört schon seit 2011 mehrheitlich dem spanischen Baukonzern ACS. Mittlerweile halten die Spanier rund 80 Prozent an Hochtief.

Ein Börsenwert von rund 39 Milliarden Euro reicht für den Dax, auch wenn nur rund 20 Prozent der Hochtief-Aktien im Streubesitz sind. Die übrigen 80 Prozent liegen in den Händen des spanischen Bau- und Infrastrukturriesen ACS, der schon seit Mitte 2011 bei Hochtief das Sagen hat. Die Aufnahme in den Dax folgt genau festgelegten Regeln. Entscheidend für Auf- oder Abstieg ist der Wert der Streubesitzaktien an einem bestimmten Tag sowie die Handelsumsätze an der Börse.

Ändert sich etwas für Hochtief durch die Aufnahme in den Dax?

Es dürfte Einfluss auf den Kurs haben. Hochtief steigt zum ersten Mal in den deutschen Leitindex auf. Wichtig sind die Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes real nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden.

Was macht Hochtief genau?

Die Hochtief AG in Essen ist die Konzernobergesellschaft für ein weltweit verzweigtes Geflecht von großen Baufirmen. Gebaut wird fast alles: Wolkenkratzer und Krankenhäuser, Straßen und Brücken, Tunnel und Flughäfen. Aber auch Anlagen für die Energiewende wie Solarparks, Rechenzentren, Bergbauanlagen und militärische Infrastruktur errichten die zu Hochtief gehörenden Unternehmen. Im Rahmen von öffentlich-privaten Partnerschaften (PPP) finanziert und betreibt Hochtief Projekte wie Schulen oder Autobahnen. Die ehemalige RWE-Tochter ist außerdem schon lange im Bau und Rückbau von Atomkraftwerken aktiv. Der Konzern baute allein in Deutschland 13 Atomkraftwerke - und ist nun auch am Rückbau beteiligt, etwa im hessischen Biblis. Den größten Teil des Geschäfts macht der Baukonzern mit seinen Auslandstöchtern Turner (USA) und Cimic (Australien).

Wem gehört Hochtief?

Der Hauptaktionär des Essener Baukonzerns ist der spanische Bau- und Dienstleistungskonzern ACS (Actividades de Construcción y Servicios, S.A.). Er hält insgesamt etwa 80 Prozent an Hochtief. Die restlichen Papiere befinden sich im Streubesitz. Die bei Hochtief gebündelten Geschäfte machen den Großteil der ACS-Aktivitäten aus. 2025 entfielen gut drei Viertel des ACS-Konzernumsatzes auf Hochtief-Unternehmen. 

Was hat das Unternehmen in den nächsten Jahren vor?

Unternehmenschef Juan Santamaría Cases, der auch Vorstandschef von ACS ist, sieht Hochtief vor allem in Wachstumsbereichen wie Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung, Verteidigung sowie im Tech-Sektor gut positioniert. In diesen Bereichen steigt die Nachfrage nach moderner Infrastruktur immer stärker. Tech-Konzerne stecken wegen wachsender Datenmengen und des KI-Trends viel Geld in den Ausbau von Rechenleistung. Aber auch Regierungen weltweit haben ihre Budgets für die Verteidigung deutlich erhöht. So erhielt die ACS-Tochter vor wenigen Monaten einen Auftrag aus einem Milliardenprojekt der Bundeswehr.

Baukonzern Hochtief
© Fabian Strauch/dpa

Auch in Deutschland baut Hochtief Rechenzentren. Im nordrhein-westfälischen Heiligenhaus wurde 2025 ein sogenanntes Edge-Rechenzentrum in Betrieb genommen.

Zudem will sich Hochtief am Bau von kleinen Atomreaktoren (SMR) beteiligen und strebt eine Führungsrolle im Kernenergiesektor an. Wachstumschancen rechnet sich Hochtief zudem in den Bereichen Energiewende, neue Mobilitätskonzepte, Standortverlagerungen und Biopharma aus. Bereits 60 Prozent der Auftragseingänge in Höhe von 15,2 Milliarden Euro im ersten Quartal 2026 stammten aus den Wachstumsbereichen. Insgesamt sind die Auftragsbücher so voll wie nie zuvor. Ende März erreichte der Auftragsbestand einen Rekordwert von 79,3 Milliarden Euro.

Wer arbeitet bei Hochtief?

Ende 2025 beschäftigte der Konzern rund 61.500 Menschen, davon aber nur knapp 3.700 in Deutschland. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden mit knapp 19.400 in Australien gezählt. Rund 14.000 waren es in den USA, gut 11.700 in Indien. In seinem Jahresbericht nennt Hochtief auch noch Indonesien, wo Ende 2025 gut 4.600 Menschen für den Konzern tätig waren.

Hochtief ist bereits 153 Jahre alt. Was haben sie schon alles gebaut?

Hochtief und seine Tochterunternehmen haben in den vergangenen Jahrzehnten an zahlreichen spektakulären Bauten mitgewirkt. So war Hochtiefs US-Tochter Turner als Projektsteuerer maßgeblich an der Entstehung des aktuell höchsten Gebäudes der Welt, Burj Khalifa in Dubai, beteiligt. In Deutschland realisierte das Bauunternehmen einen Großteil der prominenten Hochhäuser der Finanzmetropole Frankfurt. Der Konzern war auch am Bau des Gotthard-Basistunnels in der Schweiz, des derzeit längsten Eisenbahntunnels der Welt, beteiligt.

Auch interessant
Auch interessant

Die USA und der Iran haben ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Laut Pakistan…

Der Übernahmekampf zwischen Commerzbank und Unicredit wird mit immer härteren…

2026 nimmt als Jahr der Mega-Börsengänge Gestalt an. Nach Elon Musks SpaceX…

nach oben

HIT RADIO FFH

Jetzt einschalten

HIT RADIO FFH
FFH+ 80ER
FFH+ 90ER
FFH+ CHARTS
FFH+ ROCK
FFH+ WEIHNACHTEN
FFH WEIHNACHTSRADIO
FFH KUSCHELROCK
FFH KUSCHELPOP
FFH TOP 40
FFH LEIDER GEIL
FFH DIE 80ER
FFH JUST 90s
FFH DIE 2000ER
FFH DIE 2010ER
FFH BEST OF 2025
FFH LOUNGE
WOHLFÜHLZEIT
FFH COUNTRY RADIO
RADIO FEIERBIEST
FFH JUST PARTY
FFH HAPPY HITS
FFH TOP 1000
FFH OLDIES
FFH JUST WHITE
FFH CHILL & GRILL
FFH EURODANCE
FFH ROCK
FFH WORKOUT
RADIO SCHLAGERHERZ
FFH SCHLAGERKULT
FFH DEUTSCH PUR
FFH BRANDNEU
FFH ACOUSTIC HITS
FFH SOUNDTRACK
FFH SUMMER FEELING
FFH FRÜHLINGS FEELING
planet radio
planet plus Fun
planet plus Power
planet plus Liebe
planet plus Heartbreak
planet plus Weihnachten
planet Livecharts
Deutschrap Finest
planet Flashback Friday
planet The Club
planet Early Morning Breaks
planet Oldschool
planet Nightwax
planet Black Beats
Taylor Swift & Friends
Ed Sheeran & Friends
The Weeknd & Friends
David Guetta & Friends
Coldplay & Friends
Harry Styles & Friends
Dua Lipa & Friends
Justin Bieber & Friends
Beyoncé & Friends
80er-Radio harmony
harmony +70er
harmony +90er
harmony +Karneval
harmony +Weihnachten
Neue Deutsche Welle
80er Kultnight
70er-80er Kultnight
80er-90er Kultnight Radio
harmony Feelings
harmony Schlager Radio
80er Divas
80er Superstars
80er Superbands
80er Wave Pop
80er Synthie Pop