Teure Strandliegen: Italien geht gegen Privatstände vor
Mehr Gratis-Strände in Italien - Behörden gehen gegen private Strände vor
Schirm, Liege, Mittelmeer - und eine saftige Rechnung: Wer in Italien ans Meer will, zahlt oft teuer. Jetzt gehen die Behörden in mehreren Regionen gegen private Strandbäder vor - mitten in der Hochsaison.
An Italiens Stränden gehen die Behörden strenger gegen illegale Bauten vor. In Ostia, dem Stadtstrand der Hauptstadt Rom, wurden mehrere privat betriebene Strandbäder auf Anweisung der Stadtverwaltung geschlossen. Mitten in der Hochsaison werden derzeit zwei kommerzielle Bäderbetriebe abgerissen - an deren Stelle soll ein öffentlicher Strand entstehen, der für alle frei zugänglich und kostenlos ist.
Auch Ligurien und Apulien betroffen
Auch in anderen Regionen wie Ligurien und Apulien gibt es solche Bestrebungen. Aktuell liegt die Durchschnittsmiete für zwei Liegen und Schirm bei etwa 40 Euro pro Tag. Für Ärger sorgt zudem, dass hohe Zäune und Mauern vielerorts den Zugang zum Meer versperren.
Mehr als die Hälfte der Strände in privater Hand
Dabei gehört die Küste - so wie anderswo in Europa - auch in Italien eigentlich dem Staat. Von Gesetzes wegen müsste das Ufer überall für jedermann frei und kostenlos zugänglich sein. Mehr als die Hälfte der Strände ist jedoch privat verpachtet. Offiziell gibt es in Italien mehr als 7.300 sogenannte Stabilimenti Balneari - die meisten davon sind Familienbetriebe, die Liegen und Schirme vermieten, eine über Jahrzehnte gewachsene Tradition.
EU-Richtlinie zwingt Italien zum Handeln
Das striktere Vorgehen der Behörden hängt auch mit einer EU-Richtlinie von 2006 zusammen, deren Umsetzung in Rom immer wieder hinausgeschoben wurde. Demnach müssen die staatlichen Konzessionen für Strandabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden, weil es sich um öffentlichen Grund handelt. Nun soll 2027 damit begonnen werden.