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Firmenpleiten in Hessen auf 20 Jahres Hoch

20-Jahres-Hoch - Viele Firmenpleiten in Hessen

Räumungsverkauf im Einzelhandel
© Boris Roessler/dpa

Viele Unternehmen geben auf. (Symbolbild)

Baugewerbe und Handel sind besonders betroffen: Die Zahl der Firmenpleiten ist so hoch wie seit 2005 nicht mehr. Es gibt aber auch einen positiven Aspekt in der Halbjahres-Statistik.

In Hessen sind im ersten Halbjahr so viele Firmen in die Pleite gerutscht wie seit mehr als 20 Jahren nicht. 1.107 Unternehmensinsolvenzen zählte das Statistische Landesamt. Das waren nach Angaben der Wiesbadener Behörde zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Höher war die Zahl der beantragen Verfahren zuletzt im ersten Halbjahr 2005 mit damals 1.118.

Vor allem Bau betroffen

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres traf es den Angaben zufolge vor allem das Baugewerbe (208 Fälle) sowie den Handel einschließlich Kfz-Werkstätten (205).

Insolvenzwelle rollt

Auch bundesweit steigen seit Monaten die Pleitezahlen. Teure Energie, zurückhaltende Konsumenten, bürokratische Lasten - die Liste der Probleme ist lang. Der Iran-Krieg hat die Krise verschärft. Vor allem der Preissprung bei Energie belastet Unternehmen und Verbraucher. Die Auskunftei Creditreform hatte im Juni gewarnt: Der Pleite-Höhepunkt sei nicht erreicht, die Entwicklung werde sich erst dann stabilisieren, wenn die Wirtschaft wieder wachse. Der Iran-Krieg und seine Folgen bremsen den Aufschwung aus. 

Hoffnung auf leichten Aufschwung

Zwar gab es angesichts der jüngsten Konjunkturdaten wieder etwas mehr Hoffnung für das laufende Jahr. Einen deutlichen Aufschwung erwarten vielen Ökonomen aber erst ab 2027, wenn die Milliarden, die der Staat in Straßen, Schienen und Verteidigung steckt, ihre volle Wirkung entfalten.

Steigende Preise bringen Verbraucher in Not

Auch viele Privathaushalte, die zuletzt mit wieder deutlicher steigenden Verbraucherpreisen zu schaffen hatten, geraten in finanzielle Not. In Hessen sank jedoch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um rund zwei Prozent auf 2.449.

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