IG Metall startet Warnstreiks - In der Nacht zum Sonntag geht´s los
"Lausig" gegen "konstruktiv und angemessen": Nach der gescheiterten Tarifrunde prallen IG Metall und Arbeitgeber hart aufeinander. Die Warnstreiks beginnen zum frühestmöglichen Zeitpunkt.
Die IG Metall startet ihre Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie bereits in der Nacht auf Sonntag (1. November). Das kündigte der Frankfurter Bezirkschef Jörg Köhlinger nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde für das Tarifgebiet Mitte an. Zu diesem gehören die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland mit zusammen rund 388.000 Beschäftigten.
Die Arbeitgeber hatten bei den Gesprächen in Hanau das bereits aus anderen Tarifgebieten bekannte Angebot vorgelegt. Es enthält bei einer Laufzeit von 26 Monaten eine Einmalzahlung im kommenden Jahr und eine Entgelterhöhung um 1,3 Prozent im Juli 2028. Köhlinger nannte die Offerte "lausig" und hielt den Arbeitgebern vor, damit einen schnellen Abschluss zu verhindern. Die IG Metall fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten 5 Prozent mehr Geld sowie Vereinbarungen zur Sicherung von Standorten und Jobs.
Streit um Arbeitskosten
Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Ralph Wangemann, nannte das Angebot angesichts der extrem schwierigen Lage der Industrie "konstruktiv und angemessen". Der Opel-Arbeitsdirektor sagte: "Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Lage prekär ist und die Aussichten nicht besser werden. Der Standort leidet unter einer ganzen Reihe struktureller Schwächen und anders als die IG Metall behauptet, sind hohe Arbeitskosten ein gewichtiger Teil des Problems." Viele Unternehmen hätten gar keine andere Wahl, als ganz oder teilweise im Ausland zu produzieren und zu investieren.
Die Details zu den Warnstreiks, die ab Sonntag um 00.01 Uhr möglich sind, will der Gewerkschaftsbezirk Mitte zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Ein dritter Verhandlungstermin werde noch abgestimmt.