Wichtiger Deal mit Lonza - Merck verkauft US-Auftragsfertigung
Der Darmstädter Dax-Konzern macht einen Deal im mittleren dreistelligen Millionenbereich mit dem Schweizer Unternehmen Lonza. Damit schärft Merck sein Profil. Es geht um Standorte mit über 1.000 Jobs.
Der Darmstädter Merck-Konzern verkauft sein US-Geschäft mit der Auftragsfertigung von Wirkstoffen in die Schweiz. Der Pharmahersteller Lonza übernimmt für einen mittleren dreistelligen Millionen-Eurobetrag fünf Standorte in den USA mit einer Belegschaft von rund 1.100 Menschen, wie Merck und Lonza mitteilten. Der Deal soll Mitte 2027 abgeschlossen sein.
Kein kompletter Rückzug
Dieses sogenannte CDMO-Geschäft unterstützt Pharmafirmen dabei, Therapien von der Entwicklung bis zur Produktion zu begleiten. Trotz des Verkaufs bleibt Merck im Markt aktiv: Das Dax-Unternehmen beliefert Biotech- und Laborkunden weiterhin mit Verbrauchsmaterialien und Technologien.
Umbau unter neuem Chef Kai Beckmann
Merck baut unter seinem neuen Konzernchef Kai Beckmann, der das Dax-Unternehmen seit Mai führt, sein Portfolio um. “Die heutige Ankündigung ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung unserer mittel- bis langfristigen strategischen Agenda”, sagte Beckmann. Merck wolle sich stärker auf innovationsgetriebene Geschäfte ausrichten.
Warum der Verkauf an Lonza sinnvoll ist
Lob für den Deal mit Lonza kam von Richard Vosser, Analyst bei der US-Bank JPMorgan: “Aus strategischer Sicht betrachten wir die Transaktion als logischen Schritt, da das Geschäft nicht über die erforderliche Größe verfügt und kapitalintensiv ist, was es der Merck KGaA ermöglichen wird, sich auf ihre Kerngeschäfte im Bereich Life Science zu konzentrieren.”
Milliarden-Offensive für Laborsparte und Biotech
Im Juni hatte Merck die Übernahme des US-Unternehmens Bio-Techne, einem Anbieter von Analysetechnologien, für knapp zehn Milliarden Euro zur Stärkung seiner Laborsparte (Life Science) vereinbart. Kürzlich gaben die Darmstädter zudem die Übernahme der britischen Biotechfirma Silence Therapeutics für rund eine Milliarde Euro bekannt, um ihr Geschäft mit seltenen Krankheiten auszubauen.