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Tipps für eine bessere Beziehung

Paartherapeutin Felicitas Heyne - So übersteht ihr Beziehungs-Krisen

Paartherapeutin Felicitas Heyne gibt in FFH Guten Morgen, Hessen Tipps, wie ihr Beziehungs-Krisen meistert.

Ein außergewöhnlicher Wunsch bei "FFH Wünsch dir was": Ann-Kathrin aus Selters will Ihre Beziehung retten und wünscht sich eine Paartherapie. Doch was genau passiert bei so einer Therapie und welche Tipps können wir alle für eine bessere Beziehung anwenden?

In jeder Beziehung kriselt es manchmal ein wenig, das ist vollkommen normal. Damit solche kleinen Krisen sich nicht zur kompletten Katastrophe auswachsen helfen manchmal ganz einfache Tipps oder im Notfall auch eine Paartherapie. Daniel Fischer aus FFH Guten Morgen, Hessen hat mit Paartherapeutin Felicitas Heyne gesprochen und ihr die wichtigsten Verhaltenstipps entlockt um Beziehungsprobleme gemeinsam gut zu überstehen.

Wir haben Probleme in der Beziehung, was kann ich selber tun?

Generell ist es wichtig die Probleme mit etwas Abstand zu betrachten und versuchen den Grund für Ärger zu erkennen und sich zu fragen: Was steckt dahinter? Was bedeutet das für mich? Konkret bedeutet das zum Beispiel sich nicht darüber aufzuregen, dass der Partner schon wieder die Socken im Wohnzimmer liegen lassen hat, sondern sich zu fragen: Warum regt es mich gerade jetzt so auf? "Bei mir ist die Antwort häufig die, dass ich mich aufrege, wenn ich selber für mich nicht gut sorge und zu viel Stress in meinem Leben habe. Und dann komme ich nach Hause und sehe einen Mann, der sehr gut für sich sorgt, weil er nämlich nichts macht. Und dann bin ich neidisch und dann bekommt er den Kopf abgerissen...", erzählt Felicitas Heyne.

 

Bei welchem Partner liegt der Fehler?

Felicitas Heyne: Die richtigen Fragen stellen.

© FFH

Auch sollte sich jeder bewusst machen, dass Beziehungen dauerhaft Pflege brauchen: "Es gibt einen ganz einfachen Leitsatz: Beziehungen werden von selber schlecht! Es erfordert ganz viel Aufwand und Pflege eine gute Langzeitbeziehung zu erhalten. Und ich finde es interessant, dass ganz viele Menschen das nicht verstehen wollen. Die Männer erreiche ich oft mit dem Gedanken, dass sie ja auch nicht erwarten würden, dass ihr Auto ohne Pflege Kilometer um Kilometer ableistet."

Unsere Beziehung ist langweilig geworden, was kann ich tun?

Spannenderweise passiert dies vor allem bei Paaren die sich sehr nahe sind, in diesem Fall sogar zu nahe. Denn das ist häufig der Erotikkiller in Beziehungen. Hier hilft wieder etwas mehr Individualität in die Beziehung zu bringen, rät Heyne. Das heißt: Nicht alles gemeinsam zu machen, sondern auch mal etwas ohne einander unternehmen. Und wenn man etwas gemeinsam macht, dann lieber Dinge die wirklich spannend sind: "Gemeinsam Netflix auf der Couch ist nett, aber bringt kein Adrenalin." Es muss aber auch nicht der Bungie-Sprung sein, erklärt Heyne: "Macht mal einen Tanzkurs zusammen, reist in eine Stadt in der ihr noch nie wart, macht ein Überraschungswochenende - irgendwas bei dem nur so eine kleine Dosis Adrenalin ausgeschüttet wird." Wichtig sei es zu verstehen, dass auch gilt: Je näher man sich kommt, umso weniger erotisch wird man für den Partner. Man muss die Individualität in der Beziehung drinne halten, um auch die Spannung drinne zu halten.

Lange zusammen: Wie das Knistern wieder kommt...

Felicitas Heyne: Sich wieder ein bisschen fremder werden...

© FFH

Was tun, wenn mein Partner plötzlich jemand anderen interessanter findet?

"Wenn mein Partner damit zu mir kommt und ich mit ihm darüber reden kann, wäre ich erst einmal total begeistert", sagt die Paartherapeutin, weil das ein großer Vertrauensbeweis sei, wenn der Partner es offen zugibt und nicht hinter dem Rücken anfängt zu flirten. "Und dann ist es immer sinnvoll hinzuschauen und zu fragen, was denn da von außen zieht und in der eigenen Beziehung fehlt. Ist es Aufregung? Anerkennung? Wertschätzung? Was ist es, wofür diese andere Person steht. Und was können wir gemeinsam dafür tun, um dieses fehlende zurück in die Beziehung zu holen".

Seit wir Kinder haben, leidet die Beziehung

Hier gilt erstmal sich zu sagen 'Heute ist nicht immer'. Es ist ganz normal, dass die ersten Jahre mit einem Kind, schwer für die Beziehung sind. Denn es gibt mehr Stress, mehr Dinge um die man sich sorgen muss und die Aufgabenverteilungen müssen neu austariert werden: "Statistisch gesehen ist es so, in den ersten eineinhalb bis zwei Jahren nach der Geburt des ersten Kindes gehen die meisten Beziehungen in die Brüche", weiß Heyne. Darum ist das Wichtigste: "Ruhe bewahren und sich sagen, das geht vorbei. Es wird besser mit jedem Tag den das Kind älter wird. Nicht mein Partner ist das Problem, sondern wir sind gemeinsam in einer stressigen Situation."

Und dann gilt: Delegieren, delegieren, delegieren. Man sollte gar nicht erst damit anfangen, sich einzureden, dass der Kleine vielleicht nicht so gerne zu anderen Leuten geht: "Wenn das Kinde sechs Monate alt ist und ein Paar mir sagt, dass sie die ganze Zeit nicht ausgegangen sind, dann sage ich: Gut, ab sofort ist das Kind mindestens einen Abend bei der Oma oder einem Babysitter und ihr geht zusammen essen und redet über alles, aber nicht über das Kind!", sagt die Expertin.

Mein Partner ist ohne Grund total eifersüchtig, was kann ich tun?

Hier ist ein häufiger Grund: Schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit. Und das kann laut Heyne bis in die frühe Kindheit zurückgehen. Auch schlechte Erfahrungen mit den Eltern können hier ein Grund sein. Hat man sich vielleicht in der Kindheit nicht sicher gefühlt? Aber natürlich kann der Partner auch in früheren Beziehungen betrogen worden sein. "Das ist ein Thema, das kann man zum Teil in einer Paartherapie bearbeiten, aber man muss auch beim diesem Partner genauer hinschauen, und sagen: Was kannst du für dich tun, damit du diese alten Verletzungen nicht in neue Beziehungen hineinträgst."

Woran erkennen wir, dass eine Paarberatung sinnvoll ist?

Das erste Zeichen ist häufig wenn einer der Partner zunehmende kontinuierliche Unzufriedenheit, die man, obwohl man schon viel versucht hat, nicht richtig in den Griff bekommt. Aber natürlich gibt es noch viele weitere Gründe, um sich Hilfe für die Beziehung zu suchen.

Was mache ich, wenn der Partner nicht zur Beratung will?

"Überzeugen kann man, überreden sollte man niemanden", sagt Heyne dazu. Für sie ist klar: "Wenn ich zu meinem Partner gehe und ihm sage mir geht es so schlecht, dass ich mir das wünschen würde und er schlägt es grundweg aus, dann ist man schon in einer sehr schwierigen Situation." Eine Möglichkeit ist, sich auf ein gemeinsames testen zu einigen - also dem Partner Vorzuschlagen für drei oder vier Termine eine solche Beratung auszuprobieren und ihm anzubieten: Wenn du dann das Gefühl hast, dass es nichts bringt, dann hören wir wieder auf.

Was tun wenn eine Therapie nötig scheint?

Felicitas Heyne: So bekomme ich meinen Partner dahin.

© FFH

Was mache ich, wenn der Partner nicht zur Beratung will?

"Überzeugen kann man, überreden sollte man niemanden", sagt Heyne dazu. Für sie ist klar: "Wenn ich zu meinem Partner gehe und ihm sage mir geht es so schlecht, dass ich mir das wünschen würde und er schlägt es grundweg aus, dann ist man schon in einer sehr schwierigen Situation." Eine Möglichkeit ist, sich auf ein gemeinsames testen zu einigen - also dem Partner Vorzuschlagen für drei oder vier Termine eine solche Beratung auszuprobieren und ihm anzubieten: Wenn du dann das Gefühl hast, dass es nichts bringt, dann hören wir wieder auf.

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