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Wir wollen erstmal wissen, wer seid ihr? Ich bin der Elias, ich bin 17 Jahre alt und komme aus Hochheim und ja, ich spiele in der Nationalmannschaft von den Kleinwüchsigen. Ich bin der Fynn, ich bin 14 Jahre alt und spiele auch bei den Kleinwüchsigen und komme aus Hanau in der Nähe von Seligenstadt. Ich habe meistens montags Fußballtraining im Verein und da geht es eigentlich nicht um Profibetrieb, sondern eher um den Spaß und um das Gemeinsame. Du spielst in einer ganz normalen Mannschaft oder ist das irgendwie eine Inklusionsmannschaft? Wie muss ich mir das vorstellen? Das ist aber auch eine Inklusionsmannschaft, wo ich spiele. Da spielen Menschen mit Down-Syndrom, Menschen, die eine Sehbeeinträchtigung haben und auch noch ein paar mit geistlichen Einschränkungen. Wie wohl fühlst du dich da so? Also ich fühle mich mehr wohl als in einer normalen Mannschaft, da man bei normalen recht schnell aussortiert wird, weil es ja um Leistungsdruck geht und bei denen man einfach sein Hobby Fußball einfach im Leben ausnutzen kann. Wann bist du so zum Fußball gekommen und seit wann weißt du, dass es ein Sport ist, den ich unbedingt auch auf hohem Niveau spielen will? Also das ging bei mir schon recht früh. Mit so fünf, sechs Jahren habe ich schon den ersten Ball hochgehalten und dann war es schon für mich klar, dass ich das länger machen möchte als nur mal ausprobieren. Sehr cool. Und jetzt bist du im Kader mit 14 Jahren für das deutsche Nationalteam der Kleinwüchsigen. Was ist denn das für ein cooles Gefühl? Sehr schön ist, mal sein Land repräsentieren zu können. Schon ein Stolz in einem. Das glaube ich dir. Den kannst du auch haben. Wie ist das, sagen wir mal, unsere deutsche Nationalmannschaft? Man kennt Kimmich, Jonathan Tah, ich weiß nicht. Das sind ja Riesenstars. Die werden gefördert, die werden bezahlt bis zum Gehtnichtmehr. Ihr könnt nächstes Jahr bei den World Dwarf Games teilnehmen. Was kriegt ihr für eine Förderung? Also leider läuft es privat, dass man so die Flüge, sage ich jetzt mal, privat bezahlt und dann aber in Australien, also in Golden Coast, wie es heißt, dass wir dann da wahrscheinlich eine gemeinsame Unterkunft haben werden. Aber sonst läuft alles privat ab. Krass, ihr müsst das alles komplett selbst zahlen. Ja. Und das macht es natürlich nicht ganz so einfach, da teilzunehmen, gehe ich davon aus. Auch die hohen Kosten, ja. Ja. Wie wird denn entschieden, welcher Kleinwüchsige im deutschen Nationalteam? Welcher im deutschen Nationalkader ist am Ende? Es ist eigentlich recht einfach. Alle, die Lust, Zeit und einfach Fußball spielen wollen, die können ab und zu in Turniers, die wir haben, kommen. Und da wird es eigentlich recht schnell entschieden, ob man lieber in normalem Fußballbetrieb bleiben sollte oder ob man auch öfters zu den Turnieren kommen sollte. Aber schon ein bisschen nach, wie stark man spielt, wie gut man ist? Bisschen schon, ja. Okay. Und ihr habt aber auch einfach Lust drauf und sagt, wir wollen einfach... Ja. ... auch durch Deutschland touren und bei so Turnieren mitspielen. Ja. Und der Kader, den ihr habt, wie gut kennt ihr euch dann aber untereinander? Wie oft trainiert ihr überhaupt zusammen, bevor ihr nächstes Jahr zu so einer WM fahrt? Also das ist eigentlich so die Turniere, wo wir fast alle sind, die auch spielen. Das ist ungefähr so ein Turnier in vier Monaten. Aber es gibt die Trainings, da ist auch einer, der auch Kleinwüchsig ist, der auch im Kader ist, der trainiert mit mir. Deshalb sehen wir uns halt immer donnerstags auch noch. Aber sonst ist es schwer, die anderen... Ja. ... dann noch alle, die ja aus Weitem von Hessen oder sonst die Bundesländer kommen, mit denen zu kicken. Also das ist auch auf jeden Fall eine Herausforderung. Nicht nur das Finanzielle, sondern auch quasi diesen Teamgeist, weil ihr von überall aus ganz Deutschland kommt und jetzt nicht wie das Nationalteam nochmal euch quasi im Trainingslager vorher zwei Wochen zusammenschließt oder so. Das ist noch nicht so. Elias, erzähl du mal, wann bist du zum Fußball gekommen? Wann hast du gemerkt, ich werde das jetzt mehr verfolgen? Und seit wann bist du auch im Kader für das Deutschlandkampf? Also angefangen mit dem Fußball hat es bei mir zum Beispiel recht früh, wie bei Finn. Man hat halt den Ball am Fuß gehabt und da wusste man eigentlich schon direkt, dass der Fußball einfach Spaß macht. Und dann noch in der Schule immer jeder mit seinem Idol, Ronaldo, Messi. Und dadurch hat man auch, finde ich, den Kontakt zum Fußball geknüpft. Und ich spiele jetzt schon seit drei Jahren bei der Nationalmannschaft und es macht einfach sehr Spaß. Und dass man seine Leidenschaft auch leben kann einfach. Bist du manchmal traurig darüber, dass du... einfach nicht die Chance bekommst, im normalen Profifußball irgendwie zu spielen? Ja, klar, natürlich ist das traurig. Aber ich verstehe es natürlich zum einen. Also wenn ich jetzt erwachsen bin, kann ich jetzt natürlich jetzt nicht wie der Kimmich Sprintduelle gewinnen. Aber ich fände trotzdem cool, wenn es vielleicht ein bisschen mehr gefordert wird. Weil wir haben ja eigentlich vieles gemeinsam mit den anderen. Wir spielen alle Fußball, wir haben alle Spaß und wollen natürlich viel erreichen. Genau, also der Ehrgeiz ist ja jetzt, ob man einfach von der Körpergröße her ein bisschen kleiner ist oder größer, ist ja der gleiche. Das heißt, ihr würdet euch schon wünschen, auch gerade für so eine WM-Teilnahme nächstes Jahr, einfach ein bisschen mehr Support zu bekommen? Definitiv ist es eigentlich das. Also einfach mehr Support bekommen. Wenn Leute fragen mich, wo spiele ich, dann sage ich bei der Nationalmannschaft. Dann sagen sie, das kenne ich ja gar nicht. So deswegen, ich finde es einfach cool, wenn es etwas populärer werden würde. Und ja, einfach ein bisschen mehr Unterstützung bekommt. Ja, definitiv. Was sind denn Unterschiede? Wir vergleichen es einfach mal mit der deutschen Nationalmannschaft und eurer Nationalmannschaft. Gibt es überhaupt Unterschiede? Ja, definitiv. Was sind denn die größten Unterschiede? Also bei uns ist das Tor etwas kleiner, weil wenn ein Kleinwüchsiger im großen Tor stehen würde, das wäre halt sehr hoch. Da könnte man einfach rüber lupfen, so auf gut Deutsch gesagt. Und ja, das Feld ist auch etwas kleiner. Also wir haben oft von dem einen aus zum anderen aus ein Feld. Und bei uns gibt es die Regel, wir dürfen keinen Kopfball machen, weil es gibt Kleinwüchsige, die von der Geburt an hinten eine Operation haben. Und die brauchen sie, sonst sind sie meistens gelähmt. Und deswegen wurde dann die Regel beschlossen, einfach kein Kopfball, damit es für jeden gleich ist. Und ja, der größte Unterschied ist halt, dass nicht so viel gefördert wird. Und das ist schade. Ja. Okay, einfach mal ganz grundsätzlich zum Thema Kleinwüchsige und vielleicht so Dinge, die man nicht weiß, die einem nicht bewusst sind, wie auch immer. Was ist das schlimmste, sagen wir mal Vorurteil, was über euch bekannt ist, wo ihr sagt, das stimmt einfach überhaupt nicht? Also ich finde, dass man einfach uns vielleicht mehr zutrauen könnte. Also ich verstehe es natürlich zu einer Seite, dass viele gerne Rücksicht nehmen. Das finde ich auch sehr schön, dass man nicht direkt rausspringt, aber vielleicht nicht so unterschätzen. Finn, erzähl mal dein Aufwachsen als Kleinwüchsiger, wo du ja irgendwie einen Punkt hattest, wo du wusstest, okay, ich bin ein bisschen, zumindest in meiner Körpergröße, anders. Wie war das für dich? War das schwieriger? Hast du da Momente gehabt, wo du gedacht hast, das ist echt alles irgendwie Kacke? Ja, also man hat natürlich im Leben Gute sowie auch böse Menschen. Also jetzt nicht böse, sondern welche, die es einfach nicht akzeptieren. Das hat schon im Kindergarten begonnen, wo man halt dann gesagt hat, du kommst nicht dran. Oder wo man es extra irgendwo hochgestellt hat, wo man sich damals schon gedacht hat, wieso denn? Ich habe doch nichts Schlimmes zu dir gesagt. Aber es geht auch noch in der Grundschule weiter, bis jetzt auch auf der weiterführenden Schule. Es gibt immer Menschen, die dich nicht so schön behandeln. Aber meistens gilt, also es ist bei mir so, dass ich viele Freundschaften habe und die auch mehr sind als. Menschen, die man nicht so gerne haben möchte. Was würdest du sagen, ist das herausforderndste für dich im Alltag? Ja, das hängt mit dem Sport zusammen. Einfach mal zeigen, ich kann auch was. Oder ihr unterschätzt mich ein bisschen. Ich kann noch mehr, als ihr denkt. Und gibt es auch Sachen, wo du sagst, ey, da habe ich einen mega Vorteil, da bin ich viel besser als andere? Ja, zum Beispiel, ich weiß nicht, ob das so ein riesen Vorteil ist, aber beim Aufstehen gelingt es mir einfacher. Also wenn du hingefallen bist, liegst auf dem Boden, bist einfach viel schneller wieder oben. Ja. Ich finde auch, dass man einfach flinker mit dem Ball etwas ist. Also jetzt nicht besser als ein Kimmich oder sonst wen. Aber wenn wir oft auf Turniere sind, finde ich, merke ich das einfach, weil wir spielen auch ab und zu gegen Normalkurse, weil wir halt diese Turniere nutzen, um einfach zusammen im Team zu spielen, um die Chemie zu stärken. Ja, man merkt einfach, man ist schon etwas flinker ab und zu. Okay. Ja. In eurem Alltag, jetzt auch in deinem Alltag, wie sehr siehst du denn jetzt deine Körpergröße überhaupt als Einschränkung? Also früher habe ich sie sehr oft gesehen durch die Schule, weil ich da auch sehr oft gemobbt wurde, geärgert wurde und so Zeugs. Aber ich finde, das hat mich sogar etwas gestärkt, um heute einfach zu sehen, dass man so Menschen nicht braucht. Aber ich sehe sie eigentlich nicht so im Alltag. Natürlich, wenn ich jetzt was von ganz oben brauche, ja, dann ab und zu, aber ansonsten eigentlich nicht. Okay, das ist ja voll gut. Wie sieht euer Alltag jetzt abseits vom, dass ihr irgendwie Sport und Fußball und so macht, wie sieht so euer Alltag aus? Also bei mir ist es so, ich mache gerade Hauptseinschränkungen. Ich bin jetzt in der Kunde und ich mache währenddessen noch Leichtathletik. Dort bin ich im Landeskader und mein Alltag besteht sehr viel aus Sport. Einfach, ich mache glaube ich fast jeden Tag Sport. Und machst jetzt den Hauptschulabschluss und willst dann, was willst du für einen Beruf machen, weißt du schon so oder willst du? Tatsächlich weiß ich noch nicht meinen Beruf, aber ich habe so überlegt, entweder vielleicht tatsächlich in die Sportrichtung oder jetzt mache ich nach den Ferien ein Praktikum beim Zweiradmechatroniker. Okay. Also ich bin in der achten Klasse auf dem Gymnasium und in zehn Jahren würde ich mich sehen vielleicht bei einer Ausbildung, auch in die Sportrichtung oder was selbst gründen, sage ich jetzt mal. Okay, cool. Habt ihr das Gefühl, da steht euch die Welt offen oder habt ihr so ein bisschen das Gefühl, da seid ihr schon auch eingeschränkt? Also ich sehe jetzt in Sportlichen, da sind wir eingeschränkt, aber bei so Jobs oder sonst was kommt man darauf an, auf was Kraft arbeiten wir jetzt, in der Firma arbeiten, Schwerlast oder sowas, da sind wir immer noch eingeschränkt, aber Büroarbeit, was jetzt nicht so schön ist, da sind wir aber nicht eingeschränkt. Ihr habt die Chance, 2027 zur WM nach Australien zu fliegen. Es ist aber noch nicht klar, dass ihr mitkönnt, weil euch einfach ganz viel Unterstützung fehlt. Was würde es euch bedeuten, da teilzunehmen? Also für mich würde es jede Menge bedeuten, weil es ist erstens mein erstes Mal, und zweitens ist es einfach ein Erlebnis und wir repräsentieren uns für Deutschland. Es ist auch so ein Stolz, würde ich sagen, und wäre einfach sehr cool, wenn es klappen würde. Ich habe auch gehört, dass man aber sehr viel Gemeinschaft hat oder auch sich untereinander austauschen kann, obwohl man ja im Fußball oder in anderen Sportarten gegeneinander spielt. Okay, das heißt, es wäre ja irgendwie auch schön, ich meine, da sind glaube ich über 500 Athletinnen und Athleten in den verschiedenen Disziplinen da, sich gegenseitig kennenzulernen. Vielleicht auch dieses Gefühl zu sehen, hey, es sind so viele, die sind jetzt genau wie wir, die haben alle Spaß an ihrer Sache, die sind aber auch alle irgendwie ambitioniert und erfolgreich. Das ist ja dann einfach am Ende vielleicht ein schönes Gefühl. Wenn ihr jetzt eine Minute hättet, wenn jetzt jemand FFH einschaltet und hört das so, und ihr müsstet an die die Aufmerksamkeit richten, was würdet ihr sagen? Ich hoffe, ihr unterstützt uns bei unserem großen Ziel, nächstes Jahr dabei zu sein. Also wir hoffen auf ihre Spenden. Ja, wie gesagt, unterstützt uns gerne. Es wäre sehr cool. Weil es ist, denke ich mal, von allen uns ein Traum, dort nach Australien mitzukommen. Und ja, dass wir auch für Deutschland spielen dürfen. Ja, einfach Unterstützung, das wäre echt schön. Weil Inklusion allgemein einfach, finde ich, etwas wenig supportet wird. Allein, dass FFH hier uns die Möglichkeit bietet, da uns zu präsentieren, ist natürlich auch einfach super, damit man uns mehr kennt.