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Totschlag oder Notwehr? Prozess um Messerstecherei an Burg Gleiberg

Prozessauftakt in Gießen - Tödlicher Streit um Drohne am Gleiberg

© FFH

Der Angeklagte (links) und sein Verteidiger Frank Richtberg bei dem Prozess vor dem Schwurgericht Gießen.

Notwehr oder Totschlag? Vor dem Schwurgericht in Gießen hat am Montag der Prozess um eine tödliche Messerstecherei an der Burg Gleiberg bei Gießen begonnen.

Angeklagt ist ein pensionierter Kriminalbeamter aus dem Vogelsberg. Der mittlerweile 71-Jährige soll im Herbst 2020 einen 55-Jährigen erstochen haben, der ihn seinerseits angegriffen habe. Vor Gericht erklärte der Angeklagte, aus Notwehr gehandelt zu haben. Er habe sich von den beiden Wettenbergern, die beide größer gewesen seien als er, bedroht gefühlt und um sein Leben gefürchtet. Das spätere Opfer sei ihm quasi ins Messer gelaufen. 

Gericht will aufgenommene Drohnenbilder sehen

Weitere Aussagen wie die des zweiten an der Auseinandersetzung Beteiligten und der Rettungskräfte sowie des Notarztes sollen nun Klarheit in den Ablauf der Prügelei bringen. Vor Gericht räumte der 71-jährige ein, sich nach dem tödlichen Stich nicht weiter um das Opfer gekümmert zu haben. Stattdessen landete er seine Drohne. Die Bilder der Drohne haben die Schlägerei möglicherweise aus der Luft aufgenommen. Diesen Film will das Gericht nun anschauen. 

Opfer fühlte sich von der Drohne des Angeklagten gestört

Es ist ein schöner Herbsttag im September 2020. Unterhalb der schönen Burg Gleiberg bei Gießen lassen der Polizist im Ruhestand und ein Begleiter eine Drohne aufsteigen, um Bilder der tollen Umgebung einzufangen. Viele machen das hier und mittlerweile sind die Gleiberger gelegentlich davon genervt. Ganz in der Nähe arbeiten zwei Wettenberger an einem historischen Brunnenhäuschen. Sie befürchten nun, die Pferde auf der Koppel könnten durch die Drohne gestört werden.

Auseinandersetzung eskaliert in kürzester Zeit

Innerhalb von wenigen Sekunden, so beschreibt es Staatsanwalt Thomas Hauburger im FFH-Gespräch, entwickelte sich eine massive Auseinandersetzung zwischen den eigentlich unbescholtenen Bürgern. Zunächst fliegen Worte, dann Fäuste und dann, so der Staatsanwalt, habe das 55-jährige spätere Opfer zu einem massiven Tritt gegen den Kopf des ehemaligen Polizisten angesetzt. Der zieht ein Messer und sticht den Wettenberger in die Brust. Wenige Stunden später verstirbt der Getroffene trotz Not-OP in der Gießener Uniklinik. 

Staatsanwalt Thomas Hauburger über die Anklagr

"Wir müssen in kleinen Schritten das Geschehen nachvollziehen"

Also grundsätzlich haben wir es hier mit einer sehr schwierigen gewassert Ovation zu tun. Im Endeffekt ist es eine Schlägerei, beim über die wir hier verhandeln. Und am Ende ist tragischerweise ein Mensch zu Tode gekommen. Wir versuchen jetzt, hier minutiös die einzeln Geschehens, Abläufe aufzuarbeiten. Und am Ende der Beweisaufnahme wird dann das Gericht darüber zu urteilen haben, ob wir es mit einer Notwehr Lage oder halt mit ein liegt zu tun haben.

Der Nachbar des Opfers, Eckart Volkmann

"Er war hilfsbereit und wie man sich einen Nachbar wünscht. Ich hoffe, die Wahrheit kommt ans Licht."

Ja, das Thema ist immer noch sehr präsent. Bauens Surman dabei auch immerhin in der Nachbarschaft. Immer wieder drüber gesprochen. Und was ist das Feingefühl für Sie als hier zu sein?

Ja, am heftigsten Franz jetzt den Bericht vom Notarzt im Bass.

Was dort tatsächlich jetzt passierte, Server für Verletzungen gehabt hatte und das Einblutungen im Bauch im Meer Damenbereich Bereich waren,

spricht meines Erachtens dafür, dass dann nicht nur ein Messerstich war, sondern dass da vielleicht auch noch getreten oder geschlagen wurde. War das für ein Mensch des Opfers Achterhoek Resko?

Der war es sehr, sehr hilfsbereit, sehr freundlich. Das war eigentlich so Nachbar, wie man sich wünscht, der wie lange kannten Sie ihn kann die in vierzig Jahre? Ziemlich genau.

Und wir waren die letzten zwanzig Jahre Nachbarn. Was hoffen Sie von den Prozess? Ich erhoffe, dass hier die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Zumal im Vorfeld ja auch gesagt wurde. Das wohl noch einige Zeugen im ersten Prozess nicht gehört wurden beziehungsweise auf die Drohnenbilder nicht gesichtet worden

© HIT RADIO FFH

Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren zunächst wegen Notwehr ein

Wenige Monate später stellt die Gießener Staatsanwaltschaft das Verfahren zunächst ein, da sie den Messerstich als Notwehr einstuft. Die Angehörigen Opfers können das aber nicht hinnehmen und klagen vor dem Frankfurter Oberlandesgericht, das in einer vorläufigen Bewertung keine Notwehrlage sieht. Der Fall wandert zurück nach Gießen und soll nun vor dem Schwurgericht aufgearbeitet werden. Das Messer wurde damals übrigens nicht gefunden, trotz umfangreicher Suche der Ermittler am Tatort an der Burg Gleiberg. 

Hochemotionaler Fall für alle Beteiligten

"Der Fall ist sehr schwer zu beurteilen," sagt Staatsanwalt Thomas Hauburger: Innerhalb von Sekunden und Minuten sei der Streit in einem kaum vorstellbaren Maß eskaliert. Es sei ein hochemotionaler Fall für alle Beteiligten.

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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