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Lage nach Waldbränden im Lahn-Dill-Kreis ruhig und stabil

Nur noch kleine Glutnester - Lage im Waldbrandgebiet bei Haiger stabil

Endlich Aufatmen bei den Einsatzkräften im Lahn-Dill-Kreis: Die Lage nach den großen Waldbränden zwischen Haiger und Dillenburg ist jetzt stabil.

Großes Löschgerät wird derzeit nicht mehr vor Ort gebraucht, heißt es vom Lahn-Dill-Kreis. Jetzt werden kleinere Glutnester nur noch mit der Hand von den Einsatzkräften gewässert. Außerdem fährt eine Streife im betroffenen Gebiet immer wieder Kontrolle.

Aufräumarbeiten im Wald

HessenForst hat im Wald jetzt die Einsatzleitung übernommen. Derweil räumen die Haigerer Feuerwehren im Einsatzgebiet auf. Im Wald ist noch jede Menge Material liegen geblieben, was jetzt aufgesammelt, gereinigt und sortiert werden muss - zum Beispiel sämtliche Wasserschläuche.

Löschbagger wässert automatisch

Zuletzt war ein Löschbagger mit 8000 Liter Tank im Einsatz, der wird nun nicht mehr gebraucht. Er kam vor allem in den Gebieten zum Einsatz, die für die Einsatzkräfte nicht begehbar sind. Er funktioniert einfach gesagt wie ein Rasensprenger und bewässert die vom Brand betroffenen Flächen automatisiert. 

Gebiet wird permanent bewacht

Mit einer Drohne haben die rund 60 Einsatzkräfte den Boden im betroffenen Gebiet überwacht. So kann die Feuerwehr schnell erkennen, wo es derzeit noch glimmt oder kokelt. Grundsätzlich sei die Lage nun aber gut unter Kontrolle - dank des intensiven Einsatzes der Hilfskräfte in den letzten Tage, so Zey.

Löschhubschrauber der Bundeswehr beendet Einsatz

Außerdem sei man weiterhin zusammen mit Hessenforst auch mit Harvestern und Raupen unterwegs, um den Boden zu öffnen, damit die Wärme entweichen kann. Über mehrere Tage war auch ein Löschhubschrauber der Bundeswehr im Einsatz. Seine Arbeit ist jetzt abgeschlossen, erklärt der Landkreis. 

Zey: "Wo entstehen kleinere Glutnester?"

Nicole Zey, Sprecherin vom Lahn-Dill-Kreis, gibt am Dienstag einen Überblick über die Arbeiten vor Ort

Ganz großes Thema. Heute ist die Überwachung der Einsatzbereiche eher in den Wäldern. Wo entstehen möglicherweise noch kleinere Glutnester? Sodass haben wir tatsächlich immer noch. Der Boden ist sehr, sehr aufgeheizt. Sehr heiß. Das Feuer frisst sich tatsächlich auch in die Wurzeln der Bäume.

Da ist es jetzt nach wie vor wichtig,

da immer wieder genug Wasser drauf zu geben und die ganze Lage gut zu überwachen. Das heißt die Feuerwehr hat auch ne Drohne im Einsatz. Die fliegt eigentlich permanent und schaut, fängt irgendwo vielleicht wieder etwas an zu kokeln. Oder ist alles in Ordnung

Zey: "Abgekokelte, schwarze Baumstämme"

Der Wald vor Ort ist komplett von den Flammen zerstört worden

Das ist natürlich ein ganz verrücktes Gefühl, dort an der Einsatzstelle zu stehen und auf diesen abgekugeltem Wald zur blicken. Also dieser Akku kokelt, 'nen schwarzen Baumstämme, die trockene Erde, der ganz trockene, staubige Boden. Und es sind jetzt noch circa sechzig bis siebzig Personen vor Ort, die die Überwachung der Stelle machen, weil es immer noch an kokeln kann und immer noch wieder auch anfangen könnte zu brennen. Deshalb sind wir jetzt so bestrebt, da permanent Wasser drauf zu backen durch die Löscher, aber auch durch diesen Löschpanzer, der dann heute Nachmittag für uns zum Einsatz kommen kann.

© HIT RADIO FFH

Landwirte organisieren Wasser

Die beiden großen Brände bei Dillenburg und Haiger waren am Freitagnachmittag beziehungsweise Samstagvormittag ausgebrochen. Bei Dillenburg-Frohnhausen brannte es auf einer Fläche von 30 Hektar - so viel wie über 40 Fußballfelder. Ein Löschhuschrauber entdeckte während des Einsatzes dann auch noch ein größeres Feuer ganz in der Nähe bei Haiger-Niederroßbach. Zwischendurch haben auch Landwirte dabei geholfen, ausreichend Wasser zu organisieren. 

Extreme Hanglage - Hessenforst unterstützt

Herausforderung im Waldgebiet bei Haiger ist vor allem die Hanglage, sagte uns Nicole Zey, Sprecherin des Lahn-Dill-Kreises. Mitarbeiter von Hessenforst schlagen am Hauberg Schneisen in den Wald, damit die Feuerwehrleute mit ihrem schweren Material besser vorankommen. Teilweise mussten die Einsatzkräfte bei der Hitze mit Hilfe von Leitern am steilen Hang die Wiese hochklettern, um an die Feuer zu gelangen.

Die Arbeiten im Lahn-Dill-Kreis dauern an

© Lahn-Dill-Kreis/ Zey
 

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FFH-Reporterin Anne Schmidt am Samstag vor Ort

Keine Gefahr für Anwohner

Der Lahn-Dill-Kreis betont: Für Anwohner besteht keine Gefahr. Zu Beginn des Einsatzes musste die Feuerwehr einen Brand löschen, der relativ nah an einem Wohngebäude in Niederroßbach war. Aber nun besteht keine Gefahr mehr und es gibt auch keine gesonderte Warnung mehr, dass Anwohner wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen halten müssten.

Feuer beunruhigt Bevölkerung

Auch der Bürgermeister der Stadt Dillenburg, Michael Lotz, betont, dass für Bewohner keine Gefahr bestand, auch wenn er unserer Reporterin vor Ort sagte: "Die Menschen waren schon sehr beunruhigt."

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