Kleider-Container weg: Wertstoffhöfe übernehmen in Lahn-Dill
Nach Abbau von DRK-Containern - Wertstoffhöfe sammeln jetzt Altkleider
Bitteres Aus für die Altkleider-Container des Deutschen Roten-Kreuzes. Im Lahn-Dill-Kreis wurden bis zum Jahresende über 200 abgebaut.
Die Wertstoffhöfe im Lahn-Dill-Kreis haben das Sammeln nun übernommen. Hierhin dürfen die Menschen brauchbare Textilien oder Schuhe bringen.
Wichtig: Gut erhaltene Kleidung kann aber auch weiter direkt in die Kleiderkammern gebracht werden.
Der Grund: In 2025 ist der Markt für Altkleider zusammengebrochen. Die Preise sackten von 200 Euro pro Textil-Tonne auf einen Bruchteil, vor allem weil der Anteil an unbrauchbaren Kleidungsstücken und sonstigen Abfällen massiv gestiegen ist.
Unter anderem könnte dies an der Verwirrung um eine neue EU-Verordnung liegen. Diese sieht seit dem 1. Januar 2025 eine “Getrenntsammelpflicht” für Altkleider vor. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Klamotten gar nicht mehr in die Restmülltonne dürfen, stellt unter anderem das Bundesumweltamt klar. Stark verschmutzte Textilien können weiterhin in den Restmüll und gehören nicht in den Altkleider-Container.
Vermüllung nahm erkennbar zu
Plötzlich lagerten bis zu 20 Prozent Restabfall in den Containern, teilte das Deutsche Rote Kreuz in Hessen im Herbst auf FFH-Anfrage mit. Der Lahn-Dill-Kreis habe deshalb die Notbremse gezogen und übernimmt nun selber Einsammeln und Verwerten.
Nur brauchbare Altkleider abgeben
Auf den 21 Wertstoffhöfe (außer Stadt Wetzlar) stünden nun entsprechende Sammelbehälter, die kostenlos zu benutzen seien. Dabei gelte: Bitte nur saubere und brauchbare Alttextilien verpackt in stabile Säcke in die Sammelbehälter einwerfen und Schuhe paarweise bündeln.
Hoffen auf bessere Qualität
Wenn die Alttextilien künftig vermehrt über die Wertstoffhöfe und nicht mehr über unbeaufsichtigte Container eingesammelt werden, so erhoffen sich die Verantwortlichen dadurch auch eine bessere Qualität der erfassten Textilen.
Die Unverbesserlichen
Dass die Vermüllung durch den Abbau der Container aufhört, wird sich zeigen müssen. Auch im osthessischen Hünfeld wurden Altkleidercontainer abgebaut. Das hält einige Menschen aber nicht davon ab, dort weiterhin ihre nicht mehr benötigten Klamotten abzulegen, getreu nach dem Motto “Macht der Gewohnheit”. Dabei gibt es in kaum einem Kilometer Entfernung immer noch einen Altkleidercontainer - auf dem Gelände des THW. Hünfelds Bürgermeisters Benjamin Tschesnok sagt: “Auf öffentlichen Standorten gibt es in der Stadt Hünfeld keine Altkleidercontainer mehr. Es kommt immer mal vor, dass an den ehemaligen Standorten noch Säcke und Tüten mit Kleidung abgelegt werden – aber deutlich weniger als noch zu Beginn. Die Bürger können Altkleider im Hausmüll entsorgen. Oder aber: Gut erhaltene Kleider können auch im DRK-Kleiderladen im Generationentreff in der Mackenzeller Straße in Hünfeld abgegeben werden.”