Busausfälle wegen Schnee: Limburg wehrt sich gegen Kritik
Busausfälle wegen Schnee-Chaos - Limburg wehrt sich gegen Kritik
"Kein Termin, keine Strecke und kein Auftrag sind wichtiger als ein Menschenleben", zitiert die Stadt Limburg einen Busfahrer. Die Stadt hat nach schneebedingten Busausfällen in den vergangenen zwei Wochen offenbar teils heftige Kritik erhalten - und wehrt sich jetzt dagegen.
"Selbstverständlich sind alle Stadtlinienbusse mit Winterreifen ausgestattet, und das Fahrpersonal ist im Umgang mit Glätte und Schnee geschult", schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Hunderte Anrufe und Emails habe er erhalten, sagt Hicham Azzou, Abteilungsleiter der Stadtlinie in Limburg. Viele davon mit Beschwerden.
Sicherheit geht vor
Viele Bürgerinnen und Bürger seien täglich auf ihren Pkw oder den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Komme es witterungsbedingt zu Einschränkungen bis hin zur Einstellung des Busverkehrs, sorge dies häufig für Unverständnis und Verärgerung. Dies hätten auch die Mitarbeitenden der Mobilitätszentrale der Stadt Limburg zu spüren bekommen. “Oberstes Kriterium ist die Sicherheit der Fahrgäste sowie des Fahrpersonals. Sobald diese nicht mehr gewährleistet werden kann, wird der Busverkehr eingestellt”, heißt es weiter.
Straßen müssen geräumt sein
Der Schneefall habe für ein Verkehrschaos gesorgt, der Räumdienst sei nicht mehr überall durchgekommen oder habe Prioritäten setzen müssen. Michael Stanke, 1. Stadtrat, zuständig für den Betriebshof und zugleich Betriebsleiter der Stadtlinie, erklärt: „Ohne geräumte Straßen kein Busverkehr – das eine bedingt das andere. Zunächst werden überörtliche Hauptstraßen sowie Straßen mit starkem Berufsverkehr geräumt, anschließend die Straßen mit Linienbusverkehr.“ Bei starkem Schneefall sei es aufgrund der Vielzahl an Haltestellen, insbesondere in Nebenstraßen, jedoch nicht immer möglich, alle Bereiche zeitnah zu räumen. Teilweise steckten auch die Räumfahrzeuge selbst im Verkehr fest. In der Folge könnten nicht alle Haltestellen angefahren werden, so Stanke.
“Früher ging´s doch auch!”
Aussagen wie „Früher sind die Busse auch bei Schnee gefahren“ begegnet Julian Schmitz, Geschäftsführer des Busunternehmens Limbus, mit dem Hinweis, dass sich Sicherheitsbewusstsein und Sicherheitsanforderungen im Laufe der Jahre deutlich verändert hätten. Früher sei ein höheres Risiko in Kauf genommen worden. Zudem seien die Winter damals häufig schneereicher gewesen und der Winterdienst, so sein Eindruck, alltäglicher. Auch die Fahrzeugtechnik habe sich verändert: Moderne Linienbusse verfügten über deutlich mehr Technik, die entsprechend störanfälliger sei.
Wichtiges Statement eines Busfahrers
Die Stadt zitiert in ihrer Pressemitteilung einen Busfahrer, der unter einem Social-Media-Beitrag seine Perspektive schilderte: Die Verantwortung für jeden einzelnen Fahrgast, für jedes Kind und jeden Menschen, der in seinen Bus einsteige, trage er persönlich. Kein Termin, keine Strecke und kein Auftrag seien wichtiger als ein Menschenleben. Die Entscheidung, bei extremen Wetterlagen nicht zu fahren, sei daher keine Bequemlichkeit oder Willkür, sondern Ausdruck von Verantwortung – für die Fahrgäste und auch für sich selbst. Denn ein Unfall würde alle Beteiligten ein Leben lang begleiten.