Eichenprozessionsspinner - Gift-Raupen breiten sich in Marburg aus
In Hessen beginnt die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Die Stadt Marburg kündigt an, künftig auch Biozide einzusetzen, weil sich die Raupen mit den Gift-Härchen in der Unistadt so stark ausbreiten.
Darmstadt sprüht auch aus der Luft
In Darmstadt und Gießen beginnt die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner im April. In Darmstadt werden auch 3600 Bäume vorsorglich eingesprüht, zum Beispiel am Vivarium oder am Steinbrücker Teich. Die Stadt setzt hierfür sogar Hubschrauber ein, zum Beispiel am Waldfriedhof oder dem Freizeitgelände Orplid.
Fragen rund um das Thema Eichenprozessionsspinner beantwortet FFH hier
Jucken, Brennen, Atemnot
Die Raupen des Nachtfalters bilden feine Brennhaare aus, die bei Menschen und Tieren starken Juckreiz, Hautausschläge, Entzündungen und sogar Atemwegsbeschwerden verursachen können.
Marburg leidet unter steigendem Befall
2025 waren bis zu 400 Bäume in Marburg vom Eichenprozessionsspinner (EPS) befallen. Zeitweise musste die Bismarckpromenade gesperrt werden. Nun räumt die Stadt ein, dass das Verkleben und Absaugen der Nester sowie der Einsatz von heißem Wasser nicht mehr ausreiche. Deshalb würden nun auch Biozide eingesetzt. In Marburg sollen Fachfirmen diese Arbeit übernehmen. Für Absaugen und Verkleben hat die Unistadt 2025 rund 145.000 Euro ausgegeben und befürchtet steigende Kosten.
Neue Bekämpfungsstrategie
Wie in anderen Städten üblich (z.B. Gießen) setzt die Stadt Marburg nun auch den biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis ein. Die Tiere nehmen das Biozid über die Nahrung auf und sterben nach wenigen Tagen. Der Wirkstoff sei für Menschen und andere Tiere ungefährlich. Marburg teilt mit, dass das Biozid nur eingesetzt werde, wenn andere Mittel nicht ausreichten, insbesondere in Siedlungen, Parks, im Umfeld von Schulen und an Verkehrsflächen. Dennoch würden behandelte Flächen für einige Stunden abgesperrt.
Nistkästen für Meisen aufgehängt
Langfristig hofft die Stadt, dass sich natürliche Feinde der Raupen stärker ausbreiten. Deshalb seien bereits 280 Nistkästen für Meisen und Fledermäuse aufgehängt worden - zum Beispiel an Spielplätzen, Kindergärten oder Schulen.