Langstreckenläufer Hirsuato aus Gießen abgeschoben
Hatte Kassel-Marathon gewonnen - Äthiopier Hirsuato aus Gießen abgeschoben
Gießens schnellster Läufer ist abgeschoben worden.
Wie das Regierungspräsidium Gießen auf FFH-Anfrage bestätigt, habe der 35-jährige Langstreckenläufer Mamiyo Hirsuato das Land verlassen müssen. Für den Verbleib des Äthiopiers in Deutschland hatten sich Sportler aus ganz Mittelhessen eingesetzt.
MTV Gießen setzte sich für den Läufer ein
Der Sportverein MTV Gießen hatte für den Verbleib des 35-Jährigen eine Petition im Hessischen Landtag angestrengt. Hirsuato hoffte am Wochenende beim Halbmarathon in Berlin den hessischen Rekord zu brechen. 2025 gewann er den Kassel-Marathon, 2024 den Frankfurter Halbmarathon mit neuem Streckenrekord.
Das Land Hessen hat die Zahl der Abschiebungen in 2025 deutlich erhöht. Info dazu hier.
Seit Oktober 2023 in Deutschland
Der Läufer ist seit Oktober 2023 in Deutschland. Als äthiopischer Leichtathletik-Profi lief er hier schnell der Konkurrenz in vielen Wettbewerben davon. Das Regierungspräsidium Gießen verweist auf FFH-Anfrage allerdings darauf, dass für die Abschiebung maßgeblich die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sei. Das BAMF stellt nach Ablehnung eines Asylantrages die Ausreisepflicht fest und ordnet die Abschiebung an. Der Abschiebung kann der Betroffene durch freiwillige Ausreise zuvorkommen, ansonsten droht ihm eine Wiedereinreisesperre.
Linke kritisiert Abschiebung als unmenschlich
Der Kreisverband der Linken in Gießen kritisiert die Abschiebung mit deutlichen Worten: Integration, konkrete Perspektiven und öffentliche Unterstützung seien bedeutungslos. Hirsuato sei Teil der Stadt Gießen. Hirsuato habe, so die Linke, Deutschkurse besucht und eine konkrete Ausbildungsperspektive gehabt.
"Druck auf Flüchtlinge wächst"
Kreisvorsitzende Nathalie Maurer sagte zu FFH: “Der Druck ist gewachsen, dass mögliche Abschiebungen auch vollzogen werden. Aber Abschiebungen sind unmenschlich. Mamiyo Hirsuato hat sich nach seiner Abschiebung aus Ägypten auf Whatsapp bei uns gemeldet.”
Demo vor dem Gießener Rathaus
Die Linke will auf die Abschiebe-Praxis bei einer Demonstration am Dienstag 31.3. vor dem Berliner Rathaus in Gießen aufmerksam machen. Dabei gehe es auch um den Fall Erol Acar. Der Asylantrag des 23-jährigen kurdischen Türken sei ebenfalls abgelehnt worden und er befürchte eine Abschiebung. Dabei durchlaufe Acar gerade eine Ausbildung zur Pflegefachkraft in einem Gießener Krankenhaus. Die Linke fordert die Ausländerbehörde des Landkreises Gießen auf im Rahmen einer Ermessensentscheidung, eine Ausbildungsduldung zu erteilen.
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