CDU-Politiker Christian Schwarz-Schilling gestorben
CDU-Politiker und Post-Minister - Christian Schwarz-Schilling gestorben
Der ehemalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling ist gestorben. Der Christdemokrat kämpfte für Privatfunk und Frieden auf dem Balkan. Im Alter von 95 Jahren ist er im Kreise seiner Familie gestorben.
Das hat die CDU Hessen auf Instagram mitgeteilt.
Geboren in Österreich - in der Wetterau zuhause
Der CDU-Politiker wurde 95 Jahren alt und lebte bis zuletzt in Büdingen im Wetteraukreis. Schwarz-Schilling wurde am 19. November 1930 in Innsbruck als Sohn eines Komponisten und einer Pianistin geboren. Selbst an Klavier und Orgel versiert, studierte er nach dem Abitur in Berlin Geschichte und Sinologie, begann dann eine Banklehre und heiratete in eine Unternehmerfamilie in Büdingen ein.
Einführung des Kabelfernsehens unter Schwarz-Schilling
Mit 30 Jahren trat er der CDU bei und profilierte sich im konservativen hessischen Landesverband als liberales Gegengewicht sowie als Fachmann für neue Medien. Schwarz-Schilling war von 1982 bis 1992 Minister für Post und Telekommunikation. Unter seiner Leitung wurde unter anderem das Kabelfernsehen sowie der private Rundfunk in Radio und Fernsehen eingeführt. In einem jahrelangen Reformprozess stellte er die Weichen für die Privatisierung von Post und Telekom, was ihm auch viel Kritik und den Vorwurf der Verquickung privater und dienstlicher Interessen eintrug.
Über 30 Jahre im Vorstand der Hessen-CDU
“Auch die CDU Hessen verdankt ihm viel”, schreibt die Partei in ihrem Post. Schwarz-Schilling wurde 1964 in den Parteivorstand gewählt. Er war von 1967 bis 1980 Generalsekretär und von 1967 bis 1996 stellvertretender Landesvorsitzender.
Kritik an deutscher Haltung zu Jugoslawien
Schwarz-Schilling sah deshalb seinen Rückhalt beim damaligen Kanzler Helmut Kohl (CDU) schwinden. Gleichzeitig erbitterte ihn, was er als Tatenlosigkeit der deutschen Politik angesichts des Bürgerkriegs im zerfallenden Jugoslawien empfand und provozierte so Ende 1992 seine Entlassung.
Hoher Repräsentant der Vereinten Nationen in Bosnien-Herzegowina
Im Bundestag verlegte sich der Ex-Minister dann auf Auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte und humanitäre Hilfe und erwarb sich auf häufigen Balkan-Reisen internationalen Respekt. Im April 1995 wurde er offiziell zum Streitschlichter für Bosnien-Herzegowina berufen. Auf diesem Posten regelte er insbesondere die Rückkehr von Bürgerkriegsflüchtlingen. Als Krönung seines Einsatzes im früheren Jugoslawien wurde er Ende 2005 zum Hohen Repräsentanten der Vereinten Nationen in Bosnien-Herzegowina ernannt. Wenig später wurde er zudem Bosnien-Beauftragter der EU.
Ausgezeichnet mit dem hessischen Friedenspreis
Die Spannungen zwischen Muslimen, Kroaten und Serben konnte Schwarz-Schilling jedoch nicht völlig beilegen. Ursprünglich hatte der Posten des Hohen Repräsentanten mit dem Ablauf seiner Amtszeit aufgelöst werden sollen. Doch die Staatengemeinschaft sah sich gezwungen, das Mandat zu verlängern. Mitte 2007 übergab Schwarz-Schilling sein Amt an den slowakischen Diplomaten Miroslav Lajcák. Für seinen Einsatz im Balkan-Konflikt erhielt er Ende 2007 den renommierten Hessischen Friedenspreis.
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