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> Lahn-Dill-Kreis bitten: Asiatische Hornissen-Nester melden
20.04.2026, 08:52 Uhr
Lahn-Dill-Kreis ruft auf -
Asiatische Hornissen-Nester melden
© Thomas Pötsch
Asiatische Hornissen breiten sich aus - von Südhessen nach Mittelhessen.
Asiatische Hornisse auf dem Vormarsch im Lahn-Dill-Kreis
Wer im Lahn-Dill-Kreis gerade eine unbekannte Hornisse entdeckt, sollte genauer hinschauen. Seit 2023 breitet sich die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) im Kreis aus - und der Lahn-Dill-Kreis ruft gemeinsam mit dem Imkerverein Wetzlar jetzt zur Mithilfe auf.
Mehr Nester in Südhessen
Dabei ist bislang Südhessen viel stärker betroffen als der Norden. Im vergangenen Jahr sind in Südhessen rund 100 Hornissen-Nester entfernt worden, in Mittelhessen erst 10 Nester. Werden die Nester zu spät im Frühjahr entfernt, verbreiten sich die Tiere. Imker Thomas Pötsch sagt zu FFH: “Das ist vergangenes Jahr bei einigen Nestern geschehen. Deshalb gehen wir davon aus, dass wir mindestens 30 Nester in Mittelhessen dieses Jahr entfernen sollten.”
Imker Thomas Pötsch erklärt, warum die Asiatische Hornisse am einfachsten im Frühling zu bekämpfen ist.
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Überlebt hat den Winter nur die Königin. Und die Königin fängt jetzt ganz, ganz alleine an, ein neues Nest zu gründen. Und das ist zur jetzigen Phase vielleicht fünf Zentimeter groß. Später können dann schon mal Nester bis zu 4000 Tiere entstehen. Wenn wir jetzt viele Nester finden, haben wir ganz viele große Nester im Spätsommer verhindert. Und das ist so unser Ziel. Aus einem Volk Asiatischer Nisse entstehen in der Regel etwa fünf neue Völker. Das heißt, wir haben heute ein Volk, im nächsten Jahr fünf und im Jahr danach 25 neue Völker.
Jetzt ist der beste Moment zum Handeln.
Gerade im Frühling ist die Chance besonders groß, die Nester rechtzeitig zu finden und zu beseitigen. Die Königin der Asiatischen Hornisse ist gerade dabei, neue Nester zu bauen - die sind in dieser Phase noch klein und lassen sich gut entfernen, bevor sie zur echten Gefahr werden.
So erkennst du sie
Die Asiatische Hornisse sieht unserer heimischen Art auf den ersten Blick ähnlich - aber es gibt klare Unterschiede: Sie hat eine schwarze Brust, einen dunklen Hinterleib mit einem schmalen orange-roten Band und auffällig gelbe Beine. Ihre Primärnester tauchen vor allem im urbanen Raum auf - auffällig oft in der Nähe von Schulen und Kindergärten. Versteckt in Gartenschuppen, Carports oder sogar in schwarzen Aufbewahrungsboxen auf der Terrasse. Die Nester können überall sein: von 50 Zentimetern bis zu zehn Metern Höhe.
© Thomas Pötsch
Asiatische Hornissennester im Frühstadium zu entfernen geht schnell. Später im Jahr sind sie größer und es ist schwieriger.
© Thomas Pötsch
Dieses Nest asiatischer Hornissen ist gerade erst in Wetzlar-Nauborn aufgefallen und wurde entfernt.
Warum ist sie so gefährlich?
Die Asiatische Hornisse steht auf der sogenannten Unionsliste invasiver Arten der EU - denn sie frisst sich buchstäblich durch unsere heimische Tierwelt. Wildbienen, Bestäuberinsekten, Honigbienen: Sie alle sind bedroht. In der gesamten EU soll die weitere Ausbreitung aktiv verhindert werden. Mehr Infos zur Unionsliste gibt es beim Bundesamt für Naturschutz: www.bfn.de/invasive-arten Foto machen und melden.
Imker Thomas Pötsch über die Gefährlichkeit der asiatischen Hornissen
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Die Asiatische Hornisse ist ein Raubinsekt und so ein Hornissenvolk kann schon mal 10.000 von diesen Bestäuber, wichtigen Bestäuberinsekten, die für unsere Ernährung so wichtig sind, kann die schon mal vertilgen. Wir haben sowieso schon einen Rückgang der bestäubenden Insekten seit den 90er Jahren in Deutschland von etwa 80%. Und die restlichen 20%, die jetzt noch da sind, die müssen wir gezielt schützen. Die Asiatische Hornisse ist deutlich größer als Bienen und Wespen und unterscheidet sich von allen anderen dadurch, dass sie einen schwarzen Körper hat, gelbe Beine und hinten hat sie einen orange-rötlichen Ring. Und damit ist sie eigentlich nahezu unverwechselbar im Insektenreich. In Gartenboxen, in Unterdachgiebeln, in Carports, wenn man den Sonnenschirm aufmacht, in Hecken, wo die Sonne für viel Wärme sorgt. Man muss schon genau hingucken, um das zu sehen. Das war so ein aufklappbarer Pavillon und in diesem Stoff war jetzt ein zweieinhalb Zentimeter großes Nest drin. Aber ist nicht mehr. Nee, jetzt nicht mehr. Wenn wir jetzt viele Nester finden, haben wir ganz viele große Nester im Spätsommer verhindert und das ist so unser Ziel. Aus einem Volk Asiatischer Hornisse entstehen in der Regel etwa fünf neue Völker. Das heißt, wir haben heute ein Volk, im nächsten Jahr fünf und im Jahr danach 25 neue Völker. Ein Hornissenvolk in einem Weinberg macht den ganzen Weinberg platt, weil die piksen die einzelnen Trauben an, die gehen in Gärungen über und damit ist die Ernte weg. Die Weinberge werden mit feinmaschigeren Netzen alle geschützt. Im vergangenen Herbst war eine Wandergruppe in Trifels unterwegs, ist von Asiatischen Hornissen angegriffen worden. Alle mussten behandelt werden. Eine Person musste mit anaphylaktischem Schock. Normale Bienenvölker, die stark genug dastehen, sind in der Lage, sich gegen Eindringlinge zu wehren. Wenn nicht aber ein Schock. Wenn ich ein schwaches Volk oder einen Ableger habe, dann kann es sein, dass die Asiatische Hornisse reingeht und das komplett vernichtet. Alles auffrisst, was da drin ist, inklusive der Bienen, die da sind. Wie schützen Sie Ihre Bienen? Die Bienen bekommen im Herbst einen Käfig davor, dass die Hornisse nicht rein kann. In Südhessen gehört sie eigentlich zum Lebensalltag schon dazu. Sie hat sich dort etabliert. Mit einem aufmerksamen Auge, das reicht schon, wird man auch dort Asiatische Hornissen ganz schnell sehen und dann auch weitermelden können.
Imker Thomas Pötsch beschreibt, woran die asiatischen Hornissen zu erkennen sind.
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Die asiatische Ornisse ist deutlich größer als Bienen und Wespen und unterscheidet sich von allen anderen dadurch, dass sie einen schwarzen Körper hat, gelbe Beine und hinten hat sie einen orange-rötlichen Ring. Und damit ist sie eigentlich nahezu unverwechselbar im Insektenreich.
So hilfst du mit
Wer eine verdächtige Hornisse sieht, kann sofort helfen: Einfach ein Foto machen und per WhatsApp an Thomas Pötsch schicken, den Vorsitzenden des Wetzlarer Imkervereins. Er prüft den Fund, sucht das Nest und lässt es entfernen. Seine Nummer: 0157 - 7415 3407. „Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um eine Asiatische Hornisse handelt, schicken Sie mir trotzdem gerne das Foto zu", sagt Pötsch.
Meldeportal Hessen
Auch online melden Sichtungen können außerdem direkt beim Meldeportal des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) eingetragen werden: www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/hornisse Christian Ortmann, Leiter der Abteilung Umwelt beim Lahn-Dill-Kreis, dankt allen, die mitmachen: „Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen, um diese invasive Art gemeinsam zurückzudrängen."
Sie helfen Bedürftigen mit Lebensmitteln, Gesprächen und manchmal auch mit…