Heuchelheimer Weltkonzern Schunk: "2025 war schwierig"
Heuchelheimer Weltkonzern - Schunk setzt auf Rüstung und Raumfahrt
Hinter dem globalen Heuchelheimer Techkonzern Schunk liegt ein schwieriges Jahr: Erstmals sind seit Jahren die Umsätze und Beschäftigtenzahlen rückläufig, das Ergebnis gesunken.
Doch im ersten Quartal 2026 gibt es Lichtblicke, denn die Auftragsbücher der Schunk-Group füllen sich.
"Optimismus nicht angebracht"
Auf der Bilanzpressekonferenz im neu-aufgestockten Schunk-Turm am Firmensitz in Heuchelheim sagt CEO Peter Manolopoulos: “Optimismus ist in dieser Situation nicht angebracht. Aber wir sehen Geschäftsfelder, in denen wir wachsen wollen, in der Luft- und Raumfahrt wie in der Verteidigungsindustrie.”
Bis 2030 wird 2,5 Milliarden Umsatz angepeilt
Deshalb peile Schunk bis 2030 einen Umsatz von jährlich 2,5 Milliarden Euro an. In 2025 sackte der Umsatz allerdings tatsächlich auf 1,8 Milliarden Euro. In Hessen beschäftigt die Schunk Group etwa 4000 Menschen, weltweit sind es knapp 10 000.
Weiterer Arbeitsplatzabbau
Bittere Pille für die rund 4000 Schunk-Beschäftigten in Mittelhessen. Wurden bereits deutlich Arbeitsplätze bei Weiss Technik in Reiskirchen abgebaut, wird dieser Prozess sich noch fortsetzen. Investieren wird Schunk dagegen weniger als in den Vorjahren und vor allem: Woanders. Vergangenes Jahr baute Schunk ein Halbleiter-Werk in China (local-for-local) und berichtet nun von ersten Auftragseingängen.
Weltneuheit in Frechen
Außerdem ist noch im Mai Spatenstich für ein weiteres Schunk-Werk. In Frechen bei Köln entsteht eine Weltneuheit. Beim Projekt RECOSiC soll künftig Siliziumcarbit recycelt werden. Das ist nicht nur ein teurer Rohstoff, der derzeit vor allem in China abgebaut wird, sondern kann dann auch praktischerweise für den Bau der Schunk-Satelitten-Spiegel verwendet werden. 100 Millionen Euro investiert Schunk in Frechen, eingerechnet sind allerdings 30 Millionen Euro Förderung von EU und NRW. Ziel ist es unabhängiger von China zu werden und CO2 einzusparen.
Umsatz sinkt 2025 um 6 Prozent
Weil die Weltlage volatil und unberechenbar sei und in 2025 einige Geschäftsbereiche geradezu weggebrochen seien, hat sich Schunk eine Strategie 2030 verordnet, um auf unabhängigem Wachstumskurs zu bleiben. Denn der Umsatz des Technologiekonzerns ist im vergangenen Jahr um 6 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gesunken.
Halbleiterindustrie bricht weg
Die Rückgänge in der Automobilindustrie und der Halbleiterindustrie treffen Schunk hart. Bittere Erkenntnis: “Bei der Halbleiterindustrie haben sich chinesische Hersteller durchgesetzt.”
Klimageräte und Schutzwesten
Nun setzt Schunk auch auf Verteidigung. Seit Jahren sind die leichten aber stabilen Keramik-Platten bereits ein Topseller, die in Schutzwesten für Soldatinnen und Soldaten eingebaut sind. Auch Klimatisierungsgeräte laufen gut und fanden zum Beispiel schon vielfach Anwendung beim Bundeswehreinsatz in Mali. "Die Stückzahlen von Körperschutzplatten und Klimageräten haben sich in den vergangenen vier Jahren verfünffacht“, so der CEO.
Worldchampion bei Satellitenspiegel
Für ultraleichte und ultrastabile Satellitenspiegel hofft Schunk auf eine gute Zukunft - und Aufträge bei Streitkräften. Auch in den USA seien Schunk-Satellitenspiegel Marktführer, so Manolopoulos zu FFH.