Spektakel in Nordhessen - Diemelsee läuft über die Sperrmauer
Ein beeindruckendes Schauspiel bietet sich gerade am Diemelsee: Die Talsperre läuft über. Mächtige Wassermassen donnern über die Talsohle der rund 36 Meter hohen Sperrmauer bei Marsberg-Helmighausen hinunter ins Ausgleichsbecken. Wer jetzt in den Hochsauerländer Kreis fährt, erlebt die Talsperre von ihrer kraftvollsten Seite.
Als voll gilt die Diemeltalsperre ab einem Wasserstand von 376,2 Metern über Normalnull. Am Montagmittag, 11. Mai 2026, zeigte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hannoversch Münden bereits 376,22 Meter an - der Stausee ist damit randvoll und läuft über. Grund dafür sind die ergiebigen Regenfälle der vergangenen Wochen, die den See wieder auf Hochstand gebracht haben.
Fast 20 Millionen Kubikmeter Wasser - und das auf kleiner Fläche
Die Diemeltalsperre fasst bis zu 19,93 Millionen Kubikmeter Wasser. Das klingt nach viel - ist im Vergleich zur benachbarten Edertalsperre aber nur rund ein Zehntel von deren Kapazität. Die Wasserfläche des Diemelsees beträgt bei Vollstau 1,65 Quadratkilometer. Die Sperrmauer selbst ist mit rund 36 Metern Höhe ähnlich hoch wie die der Edertalsperre - der See dahinter ist nur eben deutlich kleiner.
Überlauf meist im Winter - jetzt aber im Mai
Dass die Talsperre überläuft, ist kein alltägliches Ereignis. Die meisten Überläufe passieren Anfang des Jahres - dann, wenn die Schneeschmelze aus Richtung Willingen einsetzt und gleichzeitig viel Regen fällt. Dass es jetzt, im Mai, so weit ist, zeigt: Der Frühling 2026 war nass genug, um den Diemelsee bis zum Rand zu füllen.
Zum Vergleich: Die Edertalsperre wird gerade zur Großbaustelle
Während der Diemelsee gerade überquillt, steht bei der großen Schwester in Nordhessen eine umfangreiche Sanierung an: Die gut 110 Jahre alte Edertalsperre wird bis Ende 2027 instand gesetzt. Wurzeln haben sich durch Fugen gefressen, Wind, Sonne und Wasser haben dem Mauerwerk zugesetzt. Die Wasser- und Schifffahrtsstraßenverwaltung des Bundes investiert dafür einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Für Besucherinnen und Besucher ändert sich allerdings wenig: Der Weg oben auf der Staumauer bleibt weiterhin begehbar. Den Fortschritt der Bauarbeiten kann man über die Webcam an der Staumauer verfolgen.