Mehr Durchblick bei Datenflut - Wie KI Hessens Finanzämtern helfen soll
Bei der Steuerfahndung und der Bearbeitung von Steuererklärungen soll Hessens Finanzämtern jetzt KI helfen. MAXi und KIBUS, so heißen die neuen Assistenten, die am Dienstag in Gießen von Finanzminister Alexander lorz vorgestellt wurden. In Hessen entwickelt sollen sie bald Finanzämtern in ganz Deutschalnd die Arbeit erleichtern.
Das Ziel, das wir damit verfolgen ist gnaz klar Steuergerechtigkeit, sagt Lorz im Gespräch mit HIT RADIO FFH. Die Menschen sollen das Gefühl haben: Es geht fair zu sowhl im Alltag bei der Überprüfung von Steuererklärung, als auch beim Kampf gegen organisierte Kriminaltiät.
Gesetzbücher wälzen war gestern
MAXi ist der neue KI-Assistent der hessischen Steuerverwaltung - und der hat es in sich. Das Tool kennt alle Steuergesetze sowie weitere Handbücher und Vorgaben. Wer früher mühsam in Paragrafen geblättert hat, kann heute einfach den KI-Chat fragen. Jens Jordan, Leiter des Gießener Finanzamts erklärt, MAXi übernehme die Vorarbeit in vielen Bereichen: Recherche, Vorentwürfe für Bescheide und Briefe, sogar Übersetzungen aus über 100 Sprachen.
Hier kann MAXi unterstützen
Jordan nennt ein konkretes Beispiel: Ein Pensionär will Kosten für sein Arbeitszimmer absetzen. MAXi prüft die Gesetzeslage, schlägt eine Antwort vor - und der Mitarbeiter entscheidet am Ende selbst. Amtsleiter Jens Jordan betont: “Die Entscheidung bleibt immer beim Menschen.” Für Berufseinsteiger im Finanzamt sei MAXi ein echter Gewinn. Aber auch Erfahrene profitieren. Jordans Hoffnung: „Vielleicht können wir damit sogar die Verständlichkeit der Behördenschreiben verbessern."
Schneller Durchblick bei der Steuerfahndung
MAXi läuft seit September letzten Jahres - zunächst im Pilotbetrieb, seit dem Frühjahr hessenweit. In ihm steckt außerdem ein zweites, noch wichtigeres Tool: KIBUS - die KI-basierte Unterstützung für die Steuerfahndung. KIBUS wertet riesige Datenmengen aus, erkennt Verbindungen zwischen Personen, Konten und Kapitalflüssen - und das auch dann, wenn man nicht genau weiß, wonach man eigentlich sucht.
Finanzämter kämpfen mit Datenflut von Kriminellen
Finanzminister Lorz spricht in diesem Zusammenhang von einem „Datennebel": Kriminelle fluten Behörden bewusst mit Terabytes an Informationen, legen falsche Spuren, verschleiern Strukturen. Ohne KI kommt man da nicht mehr durch. Jordan erklärt es so: „Als Steuerfahnderin oder Steuerfahnder sucht man oft die Nadel im Heuhaufen - mithilfe der KI kommt man da in eine bessere Ausgangsposition."
Erste Erfahrungen positiv
Erste Erfahrungen im Finanzamt Wetzlar, wo KIBUS seit Dezember im Einsatz ist, seien sehr positiv. Entstanden ist das Tool im Zuge der Aufarbeitung der Panama und Paradise Papers. Und bald soll KIBUS nicht mehr nur in Hessen laufen: Die KI geht demnächst an alle 16 Bundesländer - über den gemeinsamen IT-Verbund KONSENS.
So steht es um den Datenschutz
Hier sei auch der Datenschutz oberste Priorität. Lorz stellt klar: Niemand müsse Angst haben, dass Steuerdaten „plötzlich auf irgendwelchen Servern im Übersee auftauchen". Die KI-Tools laufen ausschließlich in der hessischen Steuer-Cloud - auf deutschen Servern, in einem geschlossenen System. Das Ziel: „Der Ehrliche darf nicht der Dumme sein", sagt Lorz. Und genau dafür sollen MAXi und KIBUS sorgen.