Sauerstoff wurde knapp - Feuerwehr rettet Fische im Schwanenteich
Mitten in der Nacht rückte die Feuerwehr in Gießen aus - nicht wegen eines Brandes, sondern um Fische zu retten. Im Schwanenteich drohten Hitze und Sauerstoffmangel den Tieren zum Verhängnis zu werden.
Die anhaltende Hitze hat dem Wasser im Gießener Schwanenteich gefährlich zugesetzt: Der Sauerstoffgehalt war auf ein kritisches Niveau gesunken, das für die im Teich lebenden Fische lebensbedrohlich war, berichtet die Stadt. Da Wasser bei hohen Temperaturen grundsätzlich weniger Sauerstoff lösen kann, musste schnell gehandelt werden.
Sauerstoff als Lebensretter
In den frühen Morgenstunden starteten Feuerwehr und die Mittelhessischen Wasserbetriebe deshalb eine spektakuläre Rettungsaktion am Schwanenteich. Mit Pumpen wurde das Wasser großflächig umgewälzt - so sank die Wassertemperatur um knapp zwei Grad und der Sauerstoffgehalt stieg auf 7 mg/l. Das reicht, um den Fischen eine gute Überlebenschance zu geben.
Großeinsatz in den frühen Morgenstunden
Bewusst wurde die Aktion in die kühlen Nachtstunden verlegt, um den größtmöglichen Kühleffekt zu erzielen. Im Einsatz waren ein Tanklöschfahrzeug der Berufsfeuerwehr, drei Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr sowie zwei Lenzpumpen der Mittelhessischen Wasserbetriebe. Insgesamt standen 20 Einsatzkräfte bereit: jeweils vier Kollegen der Berufsfeuerwehr und der Wasserbetriebe sowie zwölf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Gießen, die mitten in der Nacht aufgestanden waren, um zu helfen.
5.000 Kubikmeter Wasser bewegt
Pro Stunde wurden dabei 900 Kubikmeter Wasser bewegt. Insgesamt wurden in der Nacht rund 5.000 Kubikmeter umgewälzt - das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Wassermenge des Schwanenteichs, so die Stadt Gießen.
Oberbürgermeister dankt den Helfern
Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher zeigte sich tief beeindruckt von dem spontanen Einsatz der Helferinnen und Helfer und dankte ihnen ausdrücklich. „Mit diesem großartigen Einsatz haben Sie gezeigt, dass wir uns auf Sie verlassen können: Menschen wie Tiere. Sie haben Leben gerettet."
Die Lage bleibt angespannt
Die nächsten Tage werden erneut heiß - und auch die Nächte bleiben warm. Feuerwehr, Wasserbetriebe sowie das Garten- und Umweltamt der Stadt Gießen hoffen, mit der Aktion einen nachhaltigen Effekt erzielt zu haben, der die Situation für die Fische in den kommenden Tagen abmildern soll. Die Lage am Schwanenteich wird weiter beobachtet.