HLB eröffnet neue große Regionalzug-Werkstatt in Butzbach
140 Millionen Euro investiert - Neue Bahnwerkstatt der HLB in Butzbach
In Butzbach steht jetzt eine der größten Regionalzug-Werkstätten Deutschlands: Ab sofort werden hier auf über 70.000 Quadratmetern - der Fläche von zehn Fußballfeldern - vor allem Züge der Hessischen Landesbahn (HLB) repariert und gewartet.
Rund 130 eigene HLB-Fahrzeuge plus Züge anderer Bahnbetreiber werden hier wieder flott gemacht. Dafür wurden 140 Millionen Euro investiert. HIT RADIO FFH hat sich vor Ort umgeschaut und mit HLB-Technikchef Tobias Beckers gesprochen.
Gut zwei Jahre Bauzeit
“Es ist für uns die größte Werkstatt, die wir bisher gebaut haben, auch die größte Werkstatt, die ein nicht bundeseigenes Eisenbahnunternehmen überhaupt in Hessen gebaut hat, sagt Beckers am FFH-Mikrofon. Verbaut wurden rund 17.000 Tonnen Beton und 2.300 Tonnen Stahl, dazu fast drei Kilometer neue Gleise. Erster Spatenstich war im November 2023, nach gut 26 Monaten Bauzeit ist die Anlage jetzt fertig. Bereits seit dem Jahreswechsel 2025/26 ist die Anlage teilweise in Betrieb.
Über 100 neue Jobs für die Region
"Wir haben rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen, Tendenz steigend", so Beckers am FFH-Mikrofon - gearbeitet wird im Zweischichtbetrieb. Ganz reibungslos lief der Bau nicht: Ein Höhenunterschied von zehn Metern über das gesamte Gelände machte Erdbewegungen von rund 100.000 Tonnen nötig, dazu kamen Altlasten im Boden.
Was Pendlerinnen und Pendler davon haben
Werden Züge jetzt zuverlässiger? Beckers ist zuversichtlich: "Der Fahrgast wird merken, dass wir die Züge noch besser instand halten können, weil wir hier sehr zentral liegen und kleinere Störungen zeitnah beheben können." Er rechnet mit einer spürbar höheren Verfügbarkeit der Fahrzeugflotte.
Das technische Highlight: Räder abdrehen statt austauschen
Herzstück der Halle ist eine Unterflur-Radsatzdrehbank: Statt abgenutzte Zugräder komplett auszutauschen, werden sie direkt unter dem Zug nachbearbeitet - eine Technik, die es laut Beckers nur bei ganz wenigen Anlagen in Deutschland gibt.
Strom von oben, Wärme von unten
Auch beim Klimaschutz punktet die Anlage: Photovoltaik auf dem Hallendach soll den Strombedarf weitgehend decken, geheizt wird per Geothermie. Dazu kommt Ladeinfrastruktur für E-Autos und Werkstattfahrzeuge.
Ein Meilenstein für die ganze Region
Im Gespräch mit HIT RADIO FFH hebt Beckers heraus: "Es ist ein riesiger Meilenstein, weil wir in den letzten 70 Jahren so etwas noch nie gebaut haben - und weil es vor allem eine Investition in die Zukunft bedeutet." Bislang spielten vor allem Standorte Externer in Frankfurt-Griesheim, Limburg oder Wiesbaden eine Rolle - unter anderem Werkstätten der Deutschen Bahn.