4 Grad kaltes Wasser - Feuerwehr Kassel übt Ernstfall an Bugasee
Ein Mensch bricht durch eine Eisfläche und braucht dringend schnelle Hilfe. Den Ernstfall hat am Mittwoch die Tauchergruppe der Berufsfeuerwehr Kassel am Bugasee geprobt.
Ein Feuerwehrmann hat dazu Löcher in die Eisdecke geschlagen und ist dann ins 4 Grad kalte Wasser gesprungen – natürlich abgesichert und im Trockentauchanzug, sodass es nur vom Hals aufwärts kalt wurde. Die anderen Einsatzkräfte haben ihn dann etwa mit einer Stange vom Ufer aus oder mit einer Art aufblasbaren Trage gerettet. Und auch Tauchgänge unter dem Eis standen an.
“Es muss schnell gehen”
“Es muss schnell gehen”, sagt Thomas Schmidt, stellvertretender Leiter der Feuerwehr im FFH-Interview zur Schwierigkeit bei so einem Einsatz. Der Eingebrochene habe nur wenige Minuten, dann komme es schon zu Lähmungserscheinungen. “Der kann sich dann selber nicht mehr festhalten.”
Erst vor 1,5 Wochen im Einsatz
Erst vor anderthalb Wochen war die Tauchergruppe wirklich im Einsatz, als der Verdacht bestand, dass jemand in den Stellbergsee bei Guxhagen eingebrochen war. Der hatte sich dann zum Glück nicht bestätigt.
Tipps der Feuerwehr
Die Feuerwehr hat folgende Tipps, wie man sich im Unglücksfall verhalten sollte:
- Wer einbricht, sollte versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen.
- Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung beachten (Leinen/Schwimmweste/Rettungsring), nicht zu weit hinauswagen.
- Alarmieren Sie die Rettungskräfte über den Notruf 112!
- Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Zaun, Hockeyschläger) verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Die Hilfsmittel kann man der eingebrochenen Person zuschieben. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage oder Äste machen die Rettung leichter. Hilfreich können auch an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein.
- Gerettete in warme Decken (Rettungsdecke) oder Jacken hüllen, vorsichtig erwärmen, nicht als „Hausmittel“ mit Schnee abreiben.
- Unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, stattdessen möglichst warmen Tee reichen.