Mit Radlader Autos gerammt - 7 Jahre Haft für Mann aus Nordhessen
Wegen versuchten Mordes muss ein 29-Jähriger aus Burgwald in Nordhessen für sieben Jahre ins Gefängnis. Dieses Urteil hat das Landgericht Marburg gerade gefällt. Der Mann war betrunken mit einem Radlader auf einer Bundesstraße unterwegs und hatte mehrere Autos gerammt.
Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass der 29-Jährige im Mai 2025 mit seinem Radlader gezielt auf entgegenkommende Autos zugesteuert ist, sagt der Pressesprecher des Landgerichts Marburg, Dr. Dominik Balzer, zu HIT RADIO FFH. Der Mann wurde wegen versuchten Mordes in zwei Fällen, wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verurteilt.
Verteidiger hatten Freispruch beantragt
Das Gericht ist somit der Forderung der Staatsanwaltschaft gefolgt. Die Verteidiger des 29-Jährigen hatten Freispruch beantragt. Sie argumentierten, dass ihr Mandant die Autos nicht gezielt angesteuert habe, sondern Lichtreizen gefolgt sei.
Mit 1,8 Promille im Radlader unterwegs
Der 29-Jährige war letztes Jahr an Himmelfahrt mit 1,8 Promille Alkohol im Blut mit dem Radlader auf der B 252 zwischen Burgwald-Ernsthausen und Bottendorf unterwegs. Den Radlader hatte er zuvor von einer Baufirma entwendet. Auf der knapp fünf Kilometer langen Strecke steuerte er immer wieder auf Autos im Gegenverkehr zu. Das hatten mehrere Zeugen ausgesagt, es gab auch ein Video. Drei Autos erwischte er mit seinem Radlader. Die insgesamt sieben Insassen, darunter zwei Kinder, wurden zwar nicht körperlich verletzt, erlitten aber großen psychische Schäden, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Die Fahrt endete am Ufer eines Teichs in einem Waldstück.
Angeklagter gab an, sich nicht erinnern zu können
Der 29-Jährige hatte vor Gericht zugegeben, am Steuer des Radladers gesessen zu haben. Er gab aber an, sich an die Fahrt nicht mehr erinnern zu können. Er habe sich vorher mit seiner Freundin und seiner Mutter gestritten. Er hatte sich vor Gericht bei den Opfern entschuldigt und hatte 85.000 Euro für seelische und materielle Schäden an die Opfer gezahlt. Er sitzt seit Ende Mai vergangenen Jahres in U-Haft. Das Urteil ist laut Dr. Balzer noch nicht rechtskräftig.